Okt26
2017

Die Mercedes-Benz S-Klasse – Inbegriff des Automobils

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Geschrieben 26. Oktober 2017 (vor 4 Wochen) von
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Die Mercedes-Benz S-Klasse - Inbegriff des Automobils

Die Mercedes-Benz S-Klasse – Inbegriff des Automobils

Was macht ein Fahrzeug in seiner Zeit zum Automobil schlechthin? Die Mercedes-Benz S-Klasse und ihre Vorgänger geben seit den Anfängen der Markengeschichte die Antwort. Nahtlos beginnt die Tradition der Luxusfahrzeuge von Mercedes-Benz im Jahr 1951, doch schon lange vor dem Zweiten Weltkrieg sind Oberklasse- und Luxusklasse-Limousinen fester Bestandteil des Modellprogramms. Die jüngste Generation dieser einzigartigen Tradition ist die neue Mercedes-Benz S-Klasse der Baureihe 222. Sie ist nach einer umfangreichen Modellpflege mit zahlreichen Innovationen seit Sommer 2017 auf dem Markt.

Die S-Klasse von Mercedes-Benz steht in einer langen und reichhaltigen Tradition, die zurückreicht bis zu den Anfängen der Marke Mercedes zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Luxus, Komfort und Sicherheit: Fahrzeuge der Ober- und Luxusklasse bilden schon lange vor der 1972 eingeführten offiziellen Modellbezeichnung S-Klasse den Schwerpunkt des Lieferprogramms der Stuttgarter Marke.

Mercedes-Benz gibt mit jeder Generation seiner Spitzenautomobile stets überzeugende Antworten auf die Wünsche und Anforderungen der jeweiligen Zeit. Jedes einzelne Modell in der Historie der S-Klasse prägt mit individuellen Stärken die Automobilentwicklung seiner Epoche und ist somit stets auch ein Spiegel seiner Ära. Eine Mercedes-Benz S-Klasse und ihre Vorgängerbaureihen, so lässt sich die Bedeutung der Entwicklungslinie zusammenfassen, ist stets der Inbegriff des Automobils.

Die Mercedes-Benz S-Klasse - Inbegriff des Automobils Foto: Mercedes-Benz S-Klasse (W222)

Die Mercedes-Benz S-Klasse – Inbegriff des Automobils Foto: Mercedes-Benz S-Klasse (W222)

Das Topmodell von Mercedes-Benz gilt dank innovativer Technik, höchstem Komfort und wegweisender Sicherheitssysteme in jeder Generation als Vorreiter für die Automobilentwicklung – und das branchenweit. Denn viele Technikmerkmale, die Mercedes-Benz in der S-Klasse erstmals in einem Serienautomobil anbietet, kommen in der Folge nicht nur in anderen Mercedes-Benz Modellreihen zum Einsatz, sondern werden schließlich auch von anderen Automobilherstellern aufgegriffen.

Diese Vorbildrolle ist die Konstante in der Geschichte, aber auch in der Gegenwart von Mercedes-Benz. Es gibt wohl kein Fahrzeug, mit dem die Stuttgarter Marke stärker identifiziert wird als mit der S-Klasse. Durch die Summe ihrer Eigenschaften ist sie der Orientierungspunkt für die Marke Mercedes-Benz und für die gesamte Welt des Automobils.

Die Mercedes-Benz S-Klasse - Inbegriff des Automobils Foto: Mercedes-Benz S-Klasse (W222)

Die Mercedes-Benz S-Klasse – Inbegriff des Automobils Foto: Mercedes-Benz S-Klasse (W222)

Die S-Klasse verkörpert das Bild der Luxusklassefahrzeuge von Mercedes-Benz: Sie ist die automobil gewordene Essenz eines Lebensstils, der von höchsten Ansprüchen an Mobilität und Individualität geprägt ist, der für Erfolg steht und für guten Geschmack. Nicht von ungefähr wird die S-Klasse in all ihren Formen, von der Limousine über die Mercedes-AMG Performance-Modelle bis hin zu Coupés und Cabriolets, immer wieder als das beste Automobil der Welt wahrgenommen. Allein seit 1951, als die Produktion von Oberklasse-Limousinen zum ersten Mal seit Ende des Zweiten Weltkriegs wieder beginnt, hat Mercedes-Benz weltweit knapp 4 Millionen Limousinen der Luxusklasse verkauft. Die S-Klasse und ihre Vorgänger sind damit die erfolgreichste Modellreihe in diesem Segment.

Die Mercedes-Benz S-Klasse - Inbegriff des Automobils Foto: Mercedes-Benz S-Klasse (W222)

Die Mercedes-Benz S-Klasse – Inbegriff des Automobils Foto: Mercedes-Benz S-Klasse (W222)

Die aktuelle Baureihe 222 schreibt diese Erfolgsgeschichte seit ihrer Markeinführung im Jahr 2013 fort. Im Jahr 2016 ist sie erneut die weltweit am meisten verkaufte Luxuslimousine. Von dieser Generation der S-Klasse hat Mercedes-Benz bislang deutlich mehr als 350.000 Exemplare verkauft. Im Sommer 2017 kommt die modellgepflegte S-Klasse der Baureihe 222 auf den Markt.

Die Mercedes-Benz S-Klasse hat eine einzigartige Tradition. Denn Fahrzeuge der Luxusklasse bilden seit den Ursprüngen der Marke Mercedes zu Beginn des 20. Jahrhunderts den Schwerpunkt der Modellpalette. Das Segment der Oberklasse und Luxusklasse hat Mercedes-Benz von Beginn an dominiert und hat die Automobilentwicklung jeder einzelnen Epoche damit wie kaum eine andere Marke geprägt.

Die Mercedes-Benz S-Klasse - Inbegriff des Automobils Foto: Mercedes-Benz

Die Mercedes-Benz S-Klasse – Inbegriff des Automobils Foto: Mercedes-Benz Typ 220 (W187)

Vom W 187 zum „Ponton-Mercedes“ (1951 bis 1959)

In der Nachkriegszeit beginnt die direkte Ahnenreihe der S-Klasse mit dem Typ 220 (W187), mit dem Mercedes-Benz 1951 – sechs Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs und nachdem die erste Phase des Wiederaufbaus abgeschlossen ist – das Segment der Oberklasse wieder besetzt. 1954 folgt ein grundlegend neues Modell mit der gleichen Typenbezeichnung. Dieser neue Typ 220, intern auch 220 a (W180) genannt, ist das erste Mercedes-Benz Sechszylindermodell in selbsttragender Bauweise. Seine moderne und geräumige Ponton-Karosserie bietet einen bislang nicht gekannten Raumkomfort. Mit dem überarbeiteten, leistungsstärkeren Typ 220 S hält 1956 der Buchstabe „S“ dauerhaft Einzug in die Nomenklatur der Mercedes-Benz Oberklasse und unterstreicht den Sonderklasse-Status des Ponton-Sechszylinders. 1958 debütiert der 220 SE (W128) und damit eine weitere, dank Benzineinspritzung noch leistungsstärkere Variante des Oberklassemodells. Wie bei der ein Jahr zuvor eingeführten neuen Variante der Repräsentationslimousine vom Typ 300 (intern 300 d, W189) ist die leistungs- und effizienzsteigernde Technologie als Saugrohreinspritzung ausgeführt.

Die Mercedes-Benz S-Klasse - Inbegriff des Automobils Foto: Mercedes-Benz

Die Mercedes-Benz S-Klasse – Inbegriff des Automobils Foto: Mercedes-Benz S-Klasse (W111)

Von der „Heckflosse“ zur Hochleistungslimousine (1959 bis 1972)

Die 1959 eingeführten „Heckflossen-Modelle“ 220, 220 S und 220 SE (W111) haben ihren Beinamen nach den dezenten Heckflossen, welche die hinteren Kotflügel zieren und die wegen ihrer Funktion als Einparkhilfe offiziell „Peilstege“ genannt werden. Die neue Oberklasse-Generation ist ein ganz besonderer Meilenstein der Automobilgeschichte, weil hier die von Béla Barényi erdachte Sicherheitskarosserie mit Knautschzonen und stabiler Fahrgastzelle erstmals in einem Serienautomobil umgesetzt wird. Das 1961 präsentierte Topmodell der Modellreihe, der 300 SE (W112), ist serienmäßig mit Luftfederung und dem neu entwickelten Automatikgetriebe von Mercedes-Benz ausgerüstet. Dieser Typ begründet 1963 in seiner Langausführung eine neue Tradition in den Oberklasse-Limousinen von Mercedes-Benz: Der 100 Millimeter längere Radstand ermöglicht den Fondpassagieren ein deutliches Plus an Beinfreiheit und Reisekomfort. Die Limousinen der Baureihe 108 und 109, welche die „ Heckflossen-Modelle“ 1965 ablösen, zeichnen sich durch ein zeitlos-elegantes Design und großzügig dimensionierte Fensterflächen aus. Neben den Modellen mit konventioneller Stahlfederung – intern der Baureihe 108 zugeordnet – gibt es luftgefederte Varianten (Baureihe 109), die von Beginn an auch mit 100 Millimeter längerem Radstand erhältlich sind. Ein besonderes Highlight ist der 1968 präsentierte 300 SEL 6.3. Das neue Topmodell der Baureihe verfügt über den leistungsstarken V8-Motor der Highend-Limousine Mercedes-Benz 600 und bietet neben höchstem Komfort und luxuriöser Ausstattung Fahrleistungen auf Sportwagenniveau.

Die Mercedes-Benz S-Klasse - Inbegriff des Automobils Foto: Mercedes-Benz S-Klasse (W116) 1972 - 1980

Die Mercedes-Benz S-Klasse – Inbegriff des Automobils Foto: Mercedes-Benz S-Klasse (W116) 

Automobile Trendsetter: die Baureihen 116 und 126 (1972 bis 1991)

Die 1972 präsentierte Nachfolge-Baureihe 116 bringt nun auch im Namen zum Ausdruck, was bei Mercedes-Benz seit Jahrzehnten Programm ist: Die Oberklasse-Limousinen mit dem „S“ in der Typenbezeichnung werden nun offiziell unter dem Begriff „S-Klasse“ geführt. Die neue Bezeichnung geht einher mit einem ganzen Bündel an Innovationen, die hinsichtlich Sicherheit und Komfort neue Maßstäbe setzen. Zum umfassenden Sicherheitskonzept gehören zum Beispiel ein kollisionsgeschützter Tank, ein Vierspeichen-Sicherheitslenkrad, verschmutzungsarme Seitenscheiben, großflächige Scheinwerfer, auffällige Blinkleuchten und Schmutz abweisende, gerippte Heckleuchten. 1977 beginnt mit dem 300 SD das Dieselzeitalter in der Luxusklasse, zunächst jedoch nur auf den nordamerikanischen Märkten. Der Luxus-Diesel ist zugleich der erste Serien-Pkw mit Turbodieselmotor. Ab 1978 ist die S-Klasse als weltweit erstes Serienfahrzeug mit Anti-Blockier-System (ABS) erhältlich, das die Lenkfähigkeit auch bei einer Vollbremsung sicherstellt. Damals eine Weltsensation, zählt diese richtungweisende Innovation heute zum automobilen Standard aller Fahrzeugklassen. Die S-Klasse unterstreicht ihren Status als Maßstab des Automobilbaus und macht ihre Modellbezeichnung zum Gattungsbegriff für Fahrzeuge der Spitzenklasse.

Die Mercedes-Benz S-Klasse - Inbegriff des Automobils Foto: Mercedes-Benz S-Klasse (W126)

Die Mercedes-Benz S-Klasse – Inbegriff des Automobils Foto: Mercedes-Benz S-Klasse (W126)

Der Technologietransfer aus der S-Klasse in die anderen Mercedes-Benz Modellreihen und über die Fahrzeuge des Wettbewerbs bis hin zum allgemeinen Stand der Technik setzt sich auch in der Folgezeit konsequent fort und macht die S-Klasse zu einem wahren Trendsetter. In der 1979 vorgestellten Baureihe 126 hält der Airbag, heute ein zentrales Element der Automobilsicherheit, 1981 Einzug in den Automobilbau. Weitere Merkmale dieser S-Klasse Generation sind die aerodynamisch optimierte Form und die konsequente Gewichtsreduzierung für geringere Schadstoffemissionen, unter anderem durch neue Leichtmetall-V8-Motoren. Akzente setzt die Baureihe 126 auch im Design: Als erster Mercedes-Benz Personenwagen verzichtet sie auf die traditionellen Chrom-Stoßstangen und hat stattdessen verformbare Kunststoff-Stoßfänger, die auch einen Parkrempler unbeschadet überstehen. Bei ihrem Erscheinen zunächst von manchem Betrachter als nüchtern und schmucklos empfunden, gilt das Design der Baureihe 126 schon bald als zeitlos-elegant.

Die Mercedes-Benz S-Klasse - Inbegriff des Automobils Foto: Mercedes-Benz S-Klasse (W140)

Die Mercedes-Benz S-Klasse – Inbegriff des Automobils Foto: Mercedes-Benz S-Klasse (W140)

Luxus in Bestform: die Baureihen 140 und 220 (1991 bis 2005)

Die S-Klasse der Baureihe 140 ist 1991 der neue Mercedes-Benz der Superlative. Seine Entwickler setzen auf maximalen Komfort – unter anderem durch großzügige Abmessungen und Doppelverglasung für eine optimierte akustische Dämmung. Mit den Topmodellen 600 SE und 600 SEL bietet zum ersten Mal ein Mercedes-Benz Serien-Pkw einen V12-Motor. Den Start des Leistungsspektrums markiert der 300 SD Turbodiesel, der den Luxusklasse-Diesel nun auch auf Märkten außerhalb Nordamerikas verfügbar macht. Auch diese Generation der S-Klasse führt eine bahnbrechende Sicherheits-Innovation in den Automobilbau ein: das Elektronische Stabilitäts-Programm ESP®, das seit 1995 in den V12-Versionen zum Serienumfang gehört und für die V8-Modelle optional erhältlich ist. Im Folgejahr kommt auch noch der Brems-Assistent BAS hinzu.

Als es 1998 zum Modellwechsel kommt, setzt die neue S-Klasse der Baureihe 220 äußerlich eher auf Understatement. Gewichtseinsparung bei weiterer Steigerung von Sicherheit und Komfort gehörte zu den wichtigsten Entwicklungszielen. Trotz Verzicht auf die gewichtsintensive Doppelverglasung bietet die neue Modellgeneration einen nochmals gesteigerten Komfort, unter anderem durch die neue elektronisch geregelte Luftfederung AIRMATIC, das Bedien- und Anzeigesystem COMAND und den innovativen Abstandsregeltempomaten DISTRONIC. Das aktive Fahrwerk Active Body Control ABC, das ab 1999 erhältlich ist, reduziert die Wankneigung der Karosserie und ermöglicht damit ein bislang unerreichtes Maß an Fahrkultur.

Die Mercedes-Benz S-Klasse - Inbegriff des Automobils Foto: Mercedes-Benz S-Klasse (W220)

Die Mercedes-Benz S-Klasse – Inbegriff des Automobils Foto: Mercedes-Benz S-Klasse (W220)

Die Innenraumgestaltung, die erstmals in enger Abstimmung mit dem Exterieur-Design entwickelt wird, sorgt in der S-Klasse für ein hochklassiges Ambiente. Sportlich ambitionierte Kunden spricht der S 55 AMG an: Zum ersten Mal hält ein AMG-Modell offiziell Einzug in die Preisliste der S-Klasse. Auch das reguläre Topmodell ohne AMG-Sportabzeichen, der S 600, erhält im Herbst 2002 einen Leistungsschub, mit dem zum ersten Mal die magische Leistungsgrenze von 500 PS erreicht wird. Zur gleichen Zeit startet in der Baureihe 220 eine weitere bahnbrechende Innovation: das vorbeugende Insassenschutzsystem PRE-SAFE®. Mittels dieses Systems leitet das Fahrzeug selbsttätig Maßnahmen ein, um die Passagiere bei einem drohenden Zusammenstoß bestmöglich zu schützen. Im Rahmen der Modellpflege bietet Mercedes-Benz die S-Klasse darüber hinaus zum ersten Mal mit dem intelligenten Allradantrieb 4MATIC an.

Die Mercedes-Benz S-Klasse - Inbegriff des Automobils Foto: Mercedes-Benz S-Klasse (W221)

Die Mercedes-Benz S-Klasse – Inbegriff des Automobils Foto: Mercedes-Benz S-Klasse (W221)

Richtungweisende Innovationen: die Baureihe 221 (2005 bis 2013)

Die 2005 präsentierte Modellgeneration 221 verbindet ein expressives Äußeres mit luxuriösem Interieur. Der Controller des weiterentwickelten COMAND-Systems ermöglicht eine schnelle und intuitive Bedienbarkeit der zunehmend komplexen Funktionen und Menüs. Zu den richtungweisenden technischen Innovationen gehören der aktive Nachtsicht-Assistent sowie das weiterentwickelte Abstandsregelsystem DISTRONIC PLUS und der Brems-Assistent Plus, die 2006 zur PRE-SAFE® Bremse mit autonomer Teilbremsung erweitert werden. Weitere Assistenzsysteme wie der Totwinkel-Assistent, der Spurhalte-Assistent und der Geschwindigkeitslimit-Assistent entlasten den Fahrer zusätzlich und bringen die Mercedes-Benz S-Klasse der Vision vom sicheren, unfallfreien Fahren einen weiteren Schritt näher. Zudem setzt diese Generation der S-Klasse erneut Maßstäbe für die Konditionssicherheit.

2009 erscheint die aufgewertete Generation der Baureihe 221. Der S 400 HYBRID ist das erste Fahrzeug der Luxusklasse mit Hybridantrieb und der erste Serien-Pkw mit Lithium-Ionen-Batterie. Ein Musterbeispiel für Effizienz sind die 2010 eingeführten Versionen S 350 BlueTEC als Dieselvariante sowie S 350 und S 500 BlueEFFICIENCY mit sparsamen und leistungsstarken Direkteinspritzungs-Ottomotoren. Im S 250 CDI bringt Mercedes-Benz Anfang 2011 erstmals einen hocheffizienten Vierzylindermotor in die S-Klasse. Sein Diesel-Triebwerk ermöglicht Verbrauchswerte auf dem Niveau eines Kleinwagens, bei angemessenen Fahrleistungen und Antriebskomfort. Der Erfolg auch dieser Generation der S-Klasse ist groß: Insgesamt rollen im Werk Sindelfingen bis Mai 2013 fast 550.000 Limousinen der Baureihe 221 vom Band.

Die Mercedes-Benz S-Klasse - Inbegriff des Automobils Foto: Mercedes-Benz S-Klasse (W222)

Die Mercedes-Benz S-Klasse – Inbegriff des Automobils Foto: Mercedes-Benz S-Klasse (W222)

Mit der S-Klasse in die Zukunft: die Baureihe 222 (seit 2013)

Ab 2013 führt Mercedes-Benz seine über viele Generationen entwickelte Kontinuität in der Luxusklasse und Spitzenklasse mit der S-Klasse der Baureihe 222 in die Zukunft. Sie setzt technische Maßstäbe unter anderem als erstes Auto der Welt, das vollständig auf Glühlampen verzichtet und sowohl im Exterieur als auch im Interieur ausschließlich sparsame Leuchtdioden-Technik bietet. Für besondere Effizienz sorgen moderne Antriebe, unter anderem mit Hybrid-Technologie.

Zum modernen Leitstern der Automobilentwicklung wird die S-Klasse insbesondere durch das System Intelligent Drive. Unter diesem Namen bündelt die Stuttgarter Marke sämtliche vernetzten Sicherheits- und Fahrerassistenzsysteme. Intelligent Drive macht Autofahren so sicher und komfortabel wie nie zuvor. Dazu gehören auch Assistenzsysteme, die den Fahrer entlasten und ein teilautonomes Fahren ermöglichen. Das Forschungsfahrzeug S 500 INTELLIGENT DRIVE zeigt bereits im August 2013 auf der historischen Bertha-Benz-Route von Mannheim nach Pforzheim, wie die Zukunft des autonomen Fahrens durch solche vernetzte Technologien aussehen kann: Seine Systeme bewältigen die hoch komplexen Anforderungen einer autonomen Fahrt über Landstraßen und durch den Stadtverkehr. Einen weiteren großen Schritt hin zum autonomen Fahren macht die nächste Entwicklungsstufe von Intelligent Drive in der modellgepflegten Variante der neuen S-Klasse Baureihe 222, die im Sommer 2017 vorgestellt wird: So unterstützen der Aktive Abstands-Assistent DISTRONIC und der Aktive Lenk-Assistent den Fahrer beim Abstandhalten und Lenken nun noch komfortabler.

Die S-Klasse passt ihre Geschwindigkeit beispielsweise in Kurven und vor Kreuzungen oder Kreisverkehren automatisch an. Möglich wird das, weil weiter verbesserte Kamera- und Radarsystemen die Umgebung beobachten und erstmals auch Karten- und Navigationsdaten in die Berechnung des Fahrverhaltens mit einbezogen sind. Der Fahrer ist über den Bildschirm des Kombiinstruments und im Head-up-Display jederzeit darüber informiert, welche Assistenzfunktionen gerade aktiv sind. Das innovative Intelligent Drive System von Mercedes-Benz ist modular aufgebaut. Zur Serienausstattung der neuen S-Klasse zählen der Aktive Brems-Assistent, der Seitenwind-Assistent, ATTENTION ASSIST, der Verkehrszeichen-Assistent, das Insassenschutzsystem PRE-SAFE® und das neue PRE-SAFE® Sound. 

Die Mercedes-Benz S-Klasse - Inbegriff des Automobils

Die Mercedes-Benz S-Klasse – Inbegriff des Automobils

Die Wurzeln der S-Klasse

Die einzigartige Tradition der Mercedes-Benz S-Klasse beginnt nicht erst mit dem Typ 220 (W187) im Jahr 1951, sondern reicht in ihren Wurzeln sehr viel weiter zurück – bis auf die Ursprünge der Marke Mercedes zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Ein frühes, sehr prägnantes Beispiel ist der Mercedes-Simplex 60 PS, im Jahr 1903 vorgestellt. Das damalige Topmodell der Marke ist in der Sammlung von Mercedes-Benz Classic als besonders spektakuläres Exponat vorhanden: in der Form des eleganten und luxuriösen Reisewagens aus dem Besitz von Emil Jellinek, der die Frühzeit der Marke Mercedes nicht nur als Namensgeber geprägt und entscheidend beeinflusst hat.

In den Folgejahren umfasst das Verkaufsprogramm der Marken Mercedes und Benz stets mehrere Modelle der Oberklasse und Luxusklasse. Auch wenn offene Tourenwagen die bei weitem häufigste Karosserieform dieser Zeit bilden, werden gerade die leistungsstärkeren Modelle auch als luxuriöse Limousinen angeboten, die höchsten Reisekomfort gewährleisten.

Die Mercedes-Benz S-Klasse - Inbegriff des Automobils Foto: Mercedes-Benz Typ Nürburg 460 (W08)

Die Mercedes-Benz S-Klasse – Inbegriff des Automobils Foto: Mercedes-Benz Typ Nürburg 460 (W08)

Mitte der 1920er-Jahre wandelt sich das Bild. Im Zeichen zunehmender Motorisierung und steigenden Verkehrs, dem die Entwicklung des Straßennetzes nicht im gleichen Tempo folgen kann, werden sichere Fahreigenschaften, ein komfortables Interieur sowie bestmöglicher Schutz vor Wind, Regen und Staub immer wichtiger. Limousinen und Pullman-Limousinen setzen sich allmählich gegenüber den offenen Tourenwagen durch. Wichtige Modelle der Oberklasse und Luxusklasse dieser Epoche sind die Mercedes Sechszylinder-Kompressorwagen 15/70/100 PS und 24/100/140 PS, die Ende 1924 erscheinen.

1926 entsteht durch Fusion der beiden von Carl Benz und Gottlieb Daimler gegründeten und bis dahin eigenständigen Unternehmen die Daimler-Benz AG, deren Modellpalette 1928 der Typ Nürburg 460 (W08) als erster Mercedes-Benz Serienwagen mit Achtzylindermotor ergänzt. Er bleibt – bei kontinuierlicher Weiterentwicklung – bis 1939 im Verkaufsprogramm, zuletzt als Typ 500. Das Einstiegssegment in die Mercedes-Benz Oberklasse bildet ab 1926 der Sechszylindertyp 12/55 PS, der bis zum 1931 eingeführten Mercedes-Benz Mannheim 370 (W10) weiter entwickelt wird. 1933 folgt als grundlegende Neukonstruktion der Mercedes-Benz 290 (W18), den 1937 der Typ 320 (W142) ablöst.

Die Mercedes-Benz S-Klasse - Inbegriff des Automobils Foto: Mercedes-Benz „Großer Mercedes“ Typ 770 (W07)

Die Mercedes-Benz S-Klasse – Inbegriff des Automobils Foto: Mercedes-Benz „Großer Mercedes“ Typ 770 (W07)

Limousinen der Spitzenklasse

Neben Fahrzeugen der Ober- und Luxusklasse bietet Mercedes-Benz von jeher auch Automobile an, die noch einen deutlichen Schritt weitergehen. Sie genügen nicht nur den höchsten Ansprüchen an Sicherheit, Komfort und Stil – durch ihren Status als absolutes Topmodell, ihr ausgesucht luxuriöses Ambiente und ihr besonders opulentes Raumangebot sind sie vor allem auf Persönlichkeiten zugeschnitten, die das Bedürfnis oder die Verpflichtung zum Repräsentieren auch bei der Wahl ihres Fahrzeugs berücksichtigen. In diese Kategorie gehört der 1930 vorgestellte Mercedes-Benz „Großer Mercedes“, auch bekannt als Typ 770 (W07). Angetrieben von einem großvolumigen Achtzylindermotor mit Kompressor-Aufladung dient das Topmodell der Mercedes-Benz Modellpalette vor allem gekrönten und ungekrönten Staatsoberhäuptern sowie hochstehenden Persönlichkeiten in Industrie und Finanzwelt als automobiles Statement.

Die Mercedes-Benz S-Klasse - Inbegriff des Automobils Foto: Mercedes-Benz Typ 300 (Baureihe W 186 II, 1951 bis 1954).

Die Mercedes-Benz S-Klasse – Inbegriff des Automobils Foto: Mercedes-Benz Typ 300 (Baureihe W 186 II, 1951 bis 1954).

Der „Adenauer-Mercedes“ (1951 bis 1962)

Nach dem Zweiten Weltkrieg besetzt Mercedes-Benz das Segment der automobilen Spitzenklasse erneut. Der Typ 300 (W186) debütiert 1951 zusammen mit dem Typ 220 (W187) auf der ersten Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt am Main. Bei seinem Erscheinen ist das neue Topmodell von Mercedes-Benz mit einer Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h das schnellste deutsche Serienfahrzeug. Zugleich ist der „Dreihunderter“ das erste Repräsentationsfahrzeug der deutschen Nachkriegsproduktion und steht damit wie kaum ein anderes Modell für die Rückkehr Deutschlands auf die internationale Bühne. Bundeskanzler Konrad Adenauer erhält noch im Dezember 1951 eines der ersten Exemplare als Dienstwagen und lässt sich fortan nur noch im Typ 300 chauffieren. Folgerichtig wird das Topmodell im Volksmund „Adenauer-Mercedes“ genannt. 1957 wird der Typ 300 grundlegend überarbeitet und erhält die interne Bezeichnung 300 d (W189). Das „d“ steht dabei für die vierte Ausführung (nach 300, 300 b und 300 c). Für eine höhere Motorleistung sorgt die Benzineinspritzung, die erstmals nicht mehr als Direkteinspritzung, sondern als Saugrohreinspritzung ausgeführt ist. Der längere Radstand und die geräumigere Karosserie erhöhen den Komfort ebenso wie die auf Wunsch erhältliche Servolenkung oder die Klimaanlage – beide Features sind seinerzeit alles andere als selbstverständlich. Die Klimaanlage, damals noch als „ Kühlanlage“ bezeichnet, schlägt mit einem Aufpreis von 3.500 DM zu Buche – ein kompletter Volkswagen „Käfer“ kostet Ende der 1950er-Jahre kaum mehr.

Die Mercedes-Benz S-Klasse - Inbegriff des Automobils Foto: Mercedes-Benz Typ 600 Pullman (W100)

Die Mercedes-Benz S-Klasse – Inbegriff des Automobils Foto: Mercedes-Benz Typ 600 Pullman (W100)

Der legendäre Typ 600 (1963 bis 1981)

Eineinhalb Jahre, nachdem der letzte „Dreihunderter“ im März 1963 die Werkshallen in Sindelfingen verlässt, debütiert auf der IAA in Frankfurt ein neues Topmodell von Mercedes-Benz. Der Typ 600 (W100) ist ein Fahrzeug der Superlative: Sein 6,3-Liter-V8-Motor ermöglicht äußerst respektable Fahrleistungen und eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 200 km/h. Für größtmöglichen Fahrkomfort sorgen die Luftfederung, ein Automatikgetriebe aus eigener Fertigung sowie eine Servolenkung. Eine einzigartige Komfort-Hydraulik ermöglicht die Verstellung der Vordersitze und der Rücksitzbank, das Öffnen und Schließen der Autotüren, der Kofferraumklappe und des auf Wunsch lieferbaren Schiebedachs sowie das Öffnen und Schließen der Seitenfenster. Die fünf- bis sechssitzige Ausführung mit dem regulären Radstand von 3.200 Millimetern wird im Wesentlichen von sehr anspruchsvollen privaten Kunden bestellt. Daneben bietet Mercedes-Benz auch eine sieben- bis achtsitzige Version mit einem 700 Millimeter längeren Radstand an, die vor allem als Staats- und Repräsentationslimousine zum Einsatz kommt. Diese gibt es auch in einer Landaulet-Ausführung. Im Juni 1981 wird das letzte von insgesamt 2.677 Exemplaren der legendären Luxuslimousine im Mercedes-Benz Werk Sindelfingen gefertigt und ausgeliefert. Es fährt direkt nach Untertürkheim, wo es in der Fahrzeugsammlung des Unternehmens einen Ehrenplatz erhält.

Die Mercedes-Benz S-Klasse - Inbegriff des Automobils Foto: Maybach 62 (links) und 57, erste Ausführung, beide Baureihe 240.

Die Mercedes-Benz S-Klasse – Inbegriff des Automobils Foto: Maybach 62 (links) und 57, erste Ausführung, beide Baureihe 240.

Erlesen und luxuriös: Mercedes-Maybach

Gut 20 Jahre später besetzt Daimler dieses Segment erneut. Die Highend-Luxuslimousinen Maybach 57 und Maybach 62 werden von 2002 bis 2012 in exklusiven Stückzahlen nach den individuellen Wünschen Ihrer anspruchsvollen Besteller in der Manufaktur des Werks Sindelfingen aufgebaut. Seit dem Jahr 2014 führt die Mercedes-Maybach S-Klasse der Baureihe X222 diese starke Tradition in die Zukunft. Sie verbindet aktuellste Spitzentechnologie, wie sie die S-Klasse seit jeher repräsentiert, mit dem Luxus einer klassischen Chauffeurlimousine der absoluten Spitzenklasse.

Die Mercedes-Maybach S-Klasse ist gegenüber der S-Klasse mit langem Radstand (V222) um 200 Millimeter gewachsen. Davon profitieren insbesondere die Passagiere im Fond. Sie nehmen in zwei einzelnen Executive-Sitzen Platz und genießen den Komfort der dort leisesten Serienlimousine der Welt. 2015 stellt Mercedes-Maybach als zweites Modell den 6,5 Meter langen S-Klasse Pullman mit Vis-à-vis-Sitzanordnung hinter der Trennscheibe, einer um mehr als 100 Millimeter größeren Fahrzeughöhe und 4.418 Millimeter Radstand vor.

Die Mercedes-Benz S-Klasse - Inbegriff des Automobils Foto: Vision Mercedes-Maybach 6 Coupé (links) und Vision Mercedes-Maybach 6 Cabriolet.

Die Mercedes-Benz S-Klasse – Inbegriff des Automobils Foto: Vision Mercedes-Maybach 6 Coupé (links) und Vision Mercedes-Maybach 6 Cabriolet.

Mit weiteren Fahrzeugen wie den Studien Mercedes-Maybach 6 (2016) und Mercedes-Maybach 6 Cabriolet (2017) sowie dem G 650 Landaulet (2017) steht Mercedes-Maybach auch über die S-Klasse hinaus für Fahrzeuge mit außergewöhnlich luxuriöser Konzeption.

Die Mercedes-Benz S-Klasse - Inbegriff des Automobils Foto: Mercedes-Maybach G 650 Landaulet

Die Mercedes-Benz S-Klasse – Inbegriff des Automobils Foto: Mercedes-Maybach G 650 Landaulet

Fotos: Daimler AG

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Geschrieben von Maik Jürß
Erschienen am Donnerstag, den 26. Oktober 2017 um 00:05 Uhr  |  579 Besuche

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