Mai05
2015

Oben-ohne Vergnügen für wenig Geld

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Geschrieben 5. Mai 2015 von
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Mercedes-Benz SLK der Baureihe 170 (1996 bis 2004)

Mercedes-Benz SLK der Baureihe 170 (1996 bis 2004)

Endlich ist es wieder soweit, die kalte Jahreszeit haben wir wieder einmal hinter uns und die Cabrios und Roadster werden aus dem Winterschlaf geholt und rollen stolz oben-ohne über die Straßen. Da kann man als „Geschlossenfahrer“ schon etwas neidisch werden und denkt über ein schickes Zweitauto ohne Dach nach. Und die Zeit für eine solche Anschaffung könnte kaum besser sein – klassische Baureihen mit Stern sind für wenig Geld zu haben.

Jedoch sollte man keine überhastete Kaufentscheidung treffen, auch wenn ein extrem günstiger Preis für das offene Sternchen winkt – meist wird hier schlicht und einfach verbastelter Schrott verhökert.

Wirft man einen genaueren Suchblick auf Online-Gebrauchtwagenportale wie autoscout24.de, wird man von der Flut an Angeboten förmlich erschlagen: über 1.300 offene Mercedes-Benz unter 10.000 EUR, und immer noch 300 Angebote unter 5.000 EUR. Hier finden sich mehr oder weniger auschließlich SLK und CLK, jeweils der ersten Generation (Baureihen R170 und A208). Neben viel Bastelschrott aus der „Breiter-tiefer-Fraktion“ findet sich auch das ein oder andere Schätzchen, zum Beispiel ein SLK 230 aus 1999 mit guter Ausstattung und in gepflegten Zustand mit 180.000 Kilometern hinter sich – für unter 4.000 EUR. Ist man hier nicht regional gebunden und auch bereit, in anderen Ecken der Republik eine Fahrzeugbesichtigung durchzuführen, kann hier durchaus ein Schnäppchen ergattern. Jedoch ist gerade bei den Vor-Mopf-SLK und auch bei den CLK der Baureihe 208 ein intensiver Blick aufs Blechkleid nötig, möchte man sich keine Rostkiste in die Garage holen.

Mercedes-Benz CLK Cabriolet der Baureihe 208 (1997 bis 2003)

Mercedes-Benz CLK Cabriolet der Baureihe 208 (1997 bis 2003)

Die Frage, ob SLK oder CLK, muss sich jeder selber beantworten: Hauptunterschied ist das Verdeck: Das CLK-Cabrio hat eine Stoffmütze, der SLK eine festes Klappdach, mit dem man auch im Winter problemlos und ohne Einschränkungen fahren kann. Ein weiterer Unterschied ist die Sitzzahl: Der SLK ist ein echter Zweisitzer, der CLK hat eine Notsitzbank, zählt also als 2+2-Sitzer. Motorentechnisch sind beide nahezu identisch aufgestellt: Bei beiden wurden der M 111 und M 112 (200, 200 Kompressor, 230 Kompressor und 320 (beim SLK ab Baujahr 2000) eingesetzt. Zusätzlich gab es den CLK noch als CLK 430 mit dem M 113 Achtzylinder. Alle Motoren sind sehr robust und bei guter Pflege eigentlich etwas fürs Leben. Einzig die Kompressoren können bei wenig Liebe etwas zickig werden.

Wer einige Taler mehr ausgeben möchte und 10.000 EUR zur Verfügung stellt, der bekommt dafür eine weitaus größere Modellpalette angeboten. Neben gut erhaltenen SLK der Baureihe R170 nach der umfangreichen Modellpflege 2000, finden sich hier schon die ersten SLK und CLK der jeweils zweiten Generation (R171 und A209) – oft sogar mit unter 100.000 Kilometern auf der Uhr. Nach wie vor als Geheimtipp gilt der SL der Baureihe R129. Auch hier finden sich Treffer im Preisbereich bis 10.000 EUR. Jedoch muss man hier ganz genau hinschauen: Wer es auf den R129 abgesehen hat, sollte dann doch etwas mehr Geld in die Hand nehmen und sich so vor bösen und teuren Reparaturüberraschungen schützen. Für 15.000 EUR sind hier noch gute Modelle zu bekommen, jedoch werden auch diese immer rarer. Bis vor wenigen Tagen war bei ebay Kleinanzeigen ein 1998er SL 320 für knappe 14.000 EUR im Angebot, sehr gut erhalten und mit dem sehr seltenen Panoramadach und Zierteilen in designo rot –  man findet immer wieder echte Schnäppchen, wenn man Zeit und Reisebereitschaft mitbringt.

Natürlich gibt es in den genannten Preissegementen auch echte Rachitäten, die aber immer seltener werden: Hier wären der SL der Baureihe R107 oder das zeitlose E-Klasse-Cabrio aus der Baureihe W124 zu nennen.

Fotos: Daimler AG

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Geschrieben von Oliver Hartwich
Erschienen am Dienstag, den 05. Mai 2015 um 20:01 Uhr  |  4.054 Besuche

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