Mai14
2020
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Motorschaden, zerbissene Kabel und Schläuche, Kratzer im Lack - Marderschäden kosten pro Jahr rund 72 Millionen Euro

Motorschaden, zerbissene Kabel und Schläuche, Kratzer im Lack – Marderschäden kosten pro Jahr rund 72 Millionen Euro

Der Marder – Schrecken vieler Autobesitzer. Es ist derzeit wieder Hochsaison für die kleinen Nager. Vor allem in ländlichen Gegenden macht das Nagetier oft Ärger. Häufigste Opfer der Attacken sind ältere Autos.

Für den Marder sind Motorräume als höhlenartige Schutzräume sehr verlockend. Dabei markiert der männliche Marder sein Revier durch Duftmarken. Riecht diese dann ein Rivale, wird er wütend und kratzt und beißt alles, was ihm unter die Pfoten kommt. In einigen Fällen spielt reine Langeweile eine Rolle bei der Zerstörung. Zerbissene Kabel und Schläuche führen oft dazu, dass das Auto nicht anspringt, Flüssigkeit verliert oder sich keine Leistung entfaltet.

Die Tiere schätzen die Enge im Motorraum und wohl auch die Wärme. Da man den Motorraum nicht hermetisch abdichten kann, kommt ein Marder immer hinein, sofern ihm die Umgebung zusagt. Bei der Suche nach einem Aufenthaltsort spielt auch der Geruchsaspekt – etwa von ausgasendem Gummi – eine große Rolle für den Nager. Weil die Hersteller unterschiedliche Gummiarten verwenden, können bestimmte Fabrikate für Marder deshalb besonders interessant sein. Wer also ständig Ärger mit den Nagern hat, sollte vielleicht mal eine andere Pkw-Marke ausprobieren.

Auffällig ist, dass ältere Autos verwundbarer sind, wenn es um Marder-Attacken geht. Unter anderem liegen Kabel und Leitungen deutlich freier als in modernen Fahrzeugen. Das betrifft nicht zuletzt die Zündleitungen und Zündspulen, bei denen eine Beschädigung meist für ein komplettes Liegenbleiben sorgt. Zudem wurde die Art der Verlegung geändert: Die heutzutage verwendeten Leitungen sind nicht wie vor einigen Jahren noch üblich durch einen synthetischen Gummischlauch verbunden, sondern laufen größtenteils in Einzeladern in Wellrohren durch den Motorraum. Für den Marder ist das weniger interessant.

Ist das Fahrzeug einmal beschädigt, werden die Reparaturkosten meist von der Kaskoversicherung übernommen. Rund 200.000 Schäden durch Marderbisse registrieren die Assekuranzen jedes Jahr. Gesamtkosten pro Jahr: rund 72 Millionen Euro. Die Teilkasko deckt allerdings oft nur unmittelbar durch die Tiere verursachte Defekte ab, nicht auch die Folgeschäden – wenn beispielsweise ein zerbissener Kühlwasserschlauch einen Motorschaden durch Überhitzung nach sich zieht.

Die meisten Autobauer beschränken sich darauf, über das Zubehörprogramm Motorraumverkleidungen oder Elektroschocker anzubieten. Das Angebot reicht vom Duftmarkenentferner für rund 10 Euro bis zum Elektroschocker-Set für mehr als 200 Euro. Am besten geschützt ist das Auto in einer Garage. Laternenparker können verschiedene Maßnahmen ergreifen, nicht alle sind erfolgversprechend. Experten halten Strom für die wirksamste Methode. Dabei verpassen kleine Metallplättchen im Motorraum den Tieren einen harmlosen Stromschlag. Helfen kann zudem ein feinmaschiges Gitter, das unter dem geparkten Auto platziert wird. Einige Autohersteller bieten den Einbau von speziellen Vorrichtungen aus dem Zubehörprogramm an, die den Motorraum so abschotten, dass die Tiere nicht mehr hineinkommen. Ähnliches gibt es auch im freien Teilehandel.

Ob Ultraschallgeräte mit sehr hohen, für Menschen unhörbaren Tönen die Marder effektiv verjagen können, ist mittlerweile umstritten. Nicht empfehlenswert sind jegliche Duftstoffe wie Hundehaare, WC-Steine, Abwehrsprays, Duftsäckchen oder Mottenkugeln, da sich die Räuber sehr schnell an üble Gerüche gewöhnen. Generell gilt allerdings: Einen hundertprozentigen Schutz gegen Marderschäden gibt es nicht.

Foto: Daimler AG

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Geschrieben von Maik Jürß
Erschienen am Donnerstag, den 14. Mai 2020 um 00:05 Uhr  |  973 Besuche

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