Mrz20
2011

Probefahrt im neuen CLS

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Geschrieben 20. März 2011 von
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CLS 350 CDI bittet zur Probefahrt

Wenn ich vor einigen Jahren die Möglichkeit einer ausgiebigen Probefahrt einer neuen Baureihe hatte, dann war der „Umstieg“ aus meinem eigenen Auto in den Neuwagen immer wie der Einstieg in eine neue Welt, ich entsinne mich noch an die Probefahrt des R230 im Jahr 2001 und der Umstieg aus meinem alten Reiskocher. Heute wird das vermutlich anders sein. Somit waren die Erwartungshaltungen im Vorfeld meiner Probefahrt im neuen CLS, Baureihe 218, naturgemäß nicht so groß wie vor 10 Jahren.

Zum Testen stand ein schwarzer CLS 350 CDI BlueEFFICIENCY bereit. Neben der Neugier auf die zweite Generation dieses wunderschönen viertürigen Coupés stand für mich vor allem der Vergleich mit dem Vorgänger und der Vergleich des neuen 350 CDI mit seinem Vorgängermotor, der mich ja tagtäglich in meinem S211 in der Form des E 320 CDI durch Berlin befördert, im Interesse.

Doch der Reihe nach. „Schwarz – breit – stark“. Das ist nicht nur das Werbemotto eines bekannten Fahrgummi-Herstellers sondern gilt auch für den ersten Eindruck des CLS 350 CDI. Man redet immer vom wichtigen ersten Eindruck beim ersten Date. Dieser war überaus positiv.

Die Sitze des C218 erwarten einen überaus einladend – sie sind hart und sportlich. Nach dem Drehen des Zündschlüssels griff die rechte Hand ersteinmal ins Leere, denn der Automatik-Wahlhebel befindet sich beim C218 nun am Lenkrad. Dafür bietet sich viel Platz an der Mittelkonsole.

Was fiel noch im Innenraum auf? Inzwischen schon ein alter Hut, aber für W211- und C219-Fahrer eine Neuheit: Das zentrale Steuerelement für das COMAND auf der Mittelarmlehne. Eine wirkliche Neuheit im C218 ist das farbige Display im Kombiinstrument. Durch dieses bietet sich nun auch die Möglichekeit, detailierte, mehrfarbige Grafiken darzustellen, wie Details des Navigationssystems oder Warnungen bei der Überschreitung der vorgeschriebenen Höchstgeschwindikeit. Die Darstellung der jeweils geltenden Höchstgeschwindigkeit auf COMAND und Kombiinstrument erfolgt absolut problemlos und zuverlässig.

Farbiges Display

Einer der Kritikpunkte des alten CLS – inbesondere der Version vor der Modellpflege – waren die schlecht posionierten Außenspiegel und die nicht ganz optimale Überschaubarkeit des Fahrzeugs auf Höhe der A-Säule. Hier hat Mercedes seine Hausaufgaben sehr gut erledigt: Die Außenspiegel sind nun nicht mehr am Fensterdreieck an der A-Säule sondern auf der Tür angeschlagen. Somit bietet sich nicht nur ein guter Blick in den Spiegel sondern auch eine kleine „Lücke“ zwischen Spiegel und A-Säule, welche gerade beim Kurvenfahren oder Einparken hilfreich ist.

Kurze Pause

So schön die Form des C218 auch ist, ihm fehlt jedoch die Zeitlosigkeit des C219. Hier hat Mercedes vor acht Jahren ein Coupé vorgestellt, was heute noch als Neuwagen präsentiert werden könnte. Der neue CLS besitzt sehr viele moderne Designelemente, bei denen ich aber bezweifle, dass diese in acht Jahren auch noch als „modern“ gelten. Der neue CLS ist mehr auf jeden Fall mehr „sportliches Coupé“ als der C219, die erste CLS-Generation hat klar das zeitlosere Design.

Der Innenraum wirkt insgesamt sehr aufgeräumt. Anders als in der E-Klasse wirken die verwendeten Materialien edel und hochwertig, jedoch finde ich den Bereich unter dem COMAND-Display etwas zu überladen: die Chrom-Einlagen um die Lüftungsgitter und die chromfarbenen Tasten, die Klima-Einheit und die Bedientasten des COMANDs – zusammen mit der massivem, aber CLS-typischen Holzzierleiste wirkt der Bereich etwas „overdressed“. Was mir sofort gefiel ist die sehr gelungende Unterbringung des COMAND-Displays oben am I-Träger und gut gelegen nebem den Kombiinstrument. Die „aufgebaute“ Lösung im W212 kann mich bis heute nicht überzeugen.

Cockpitgestaltung

Orientierte sich der Innenraum und vor allem der Instrumententrägern des ersten CLS noch starken an der damaligen E-Klasse W211, findet der C218 hier seine eigene Linie. Der Innenraum hat mit dem des W212 nicht mehr viel gemeinsam, auch wenn einige Designelemente des W212 natürlich wiederzufinden sind. Auf jedem Fall ist der Gesamteindruck im C218 um einiges hochwertiger als im W212.

Startbereit

Fahrtechnisch gibt es absolut nichts auszusetzen. Zählt mein S211 mehr zur Fraktion „bequemes aber zügiges Dahingleiten“ läuft der C218 klar als „wilder Sportsgeist“. Ich bin es ja inzwischen durch meinen E 320 CDI gewöhnt, an der Ampel das Gaspedal nur kurz anzutippen, um nicht bei jedem Anfahren die volle Kraftlawine des OM 642 loszutreten. Aber beim E 350 CDI fällt das noch schwerer: Durch die klar sportlichere Auslegung des CLS im Vergleich zur E-Klasse kommt hier die volle Gewalt der 265 PS zum Vorschein. Selbst ein normales „Reintreten“ im Stand lassen die 620 Nm mit voller Stärke auf die Straße: Auch ein Eingriff der „Elektronik“ kann ein leichtes Durchdrehen der Hinterräder nicht verhindern – diese pure Kraft ist einfach nur imposant.

Vergleichen wir kurz: Der „OM 642 DE 30 LA“, bekannt als 320 CDI, leistet als Dreiliter-V6 stolze 224 PS und erreicht sein maximales Drehmoment von 540 Nm bei 1600 U/min. Dieser Motor macht einfach nur Spass! Aber es geht noch strammer: „OM 642 DE 30 LS“. Kurz gesagt 265 PS und 620 Nm – macht unterm Strich einfach noch ein Portion mehr Fahrspass.

Verbrauchsanzeige

Bislang hab ich BlueEFFICIENCY bei den Sechs- und Achtzylinder-Modellen nicht wirklich ernstgenommen. Eine Einschätzung, die ich heute revidieren muss. Nach unserer gut zweistündigen Probefahrt durch Berlin und Potsdam lag der Durchschnittsverbrauch unseres CLS 350 CDI bei beeindruckenden sieben Litern – und unsere Fahrweise war nicht gerade zurückhaltend und umweltschonend. Meine E-Klasse fahre ich in der Stadt mit knapp 11 Litern, dabei achte ich aber schon auf „Spritsparen“. Während der Testfahrt beobachtete ich bereits die Momentanverbrauchsanzeige im CLS, die nur sehr selten über die „10“ hinausging. Das hat mich wirklich überrascht, hier hat Mercedes in der Weiterentwicklung des OM642 und dem Zusammenspiel der BE-Maßnahmen beim C218 ganze Arbeit geleistet.

Alles in allem ein geniales Auto und eine sehr schöne Probefahrt, aber der anschließende Umstieg in meinen drei Jahre alten S211 war alles andere als ein Abstieg. Bei einigen Mietwagen-Anbietern gibt es ihn aber schon als Leihwagen und als solchen würde ich ihn immer gern nehmen. Als Kombifan bin ich nun auf den X218, den [intlink id="3586" type="post"]Shooting Brake[/intlink] des CLS, gespannt der ja ab 2012 in Sindelfingen gebaut werden soll.

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Geschrieben von Oliver Hartwich
Erschienen am Sonntag, den 20. März 2011 um 15:18 Uhr  |  11.110 Besuche

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