Sep10
2019

Der lange Weg zur Elektromobilität

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Geschrieben am 10. September 2019 (vor 5 Tagen) von
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Mit der Vision EQS zeigt Mercedes-Benz aktuell auf der IAA 2019, wie man sich die Zukunft des Automobils vorstellt

Beim immer präsenter werdenden Thema Elektromobilität ist Mercedes natürlich ganz vorne mit dabei. Immer sichtbarer wird die durch die Daimler AG möglich gemachte elektrische Motorisierung, beispielsweise im ÖPNV. Batteriebetriebene Busse sind zwar in der Entwicklung eine besondere Herausforderung, aber gerade mit Blick auf die hervorragende Umweltbilanz ein äußerst lohnenswertes Ziel. Auch im Bereich Logistik schreitet Mercedes mit großen Schritten voran. Elektrisch angetriebene Lkw sind angesichts der gewaltigen Mengen an Gütern, die über europäische Straßen transportiert werden ein sehr innovatives Produkt für die ganze Logistikbranche.

Für Fahrzeughersteller wie Daimler sind große Fahrzeuge wie Lastkraftwagen und Busse ein effektiver Weg, um die gesetzlich vorgegebene CO2-Ziele für das Jahr 2020 zu erreichen. Im Bereich der elektrisch betriebenen Pkw sind derweil vor allem Firmen die attraktivsten Abnehmer. Carsharing-Anbieter, Fuhrparkbetreiber und Inhaber großer Dienstwagenflotten sind auf der Nachfrageseite zur Zeit attraktiver für die Autokonzerne, als der Privatkunde.

Was der Marktreife noch im Weg steht

Bis es eine echte Massentauglichkeit für den gesamten Automarkt gibt, müssen noch etliche Hindernisse aus dem Weg geräumt werden. Eines der größten dürfte wohl nach wie vor das zu dünne Netzwerk an Ladestation sein. Die Bemühungen – auch von staatlicher Seite – es immer weiter auszubauen und zu verdichten, nehmen zwar zu, doch im Vordergrund stehen dabei der innerstädtische Verkehr sowie Flottenfahrzeuge, die einen erheblichen Anteil am Fahrzeugbestand auf den Straßen haben. Dagegen sieht es mit Ladepunkten entlang von Autobahnen eher bescheiden aus. Fahrten von Stadt zu Stadt bleiben damit vorerst eine Herausforderung.

Auch innerstädtisch ergibt sich ein ambivalentes Bild. Fahrer mit einem dienstlich genutzten haben es natürlich einfach; immerhin können ihre Autos einfach im firmeneigenen Fuhrpark an die Stromtankstelle andocken. Eigenheimbesitzer befinden sich beim Thema Strom-Betankung ebenfalls auf der Sonnenseite, denn sie haben ebenfalls stets einen sicheren Ladeplatz. Alle anderen E-Auto-Fahrer haben es dagegen bisweilen ziemlich schwer, tagtäglich aufs Neue eine der dünn gesäten öffentlichen Ladestationen zu ergattern. Dass viele Autofahrer so etwas nicht auf sich nehmen wollen, ist einer der wichtigsten Gründe für die verhaltene Nachfrage nach den Stromern.

Auch auf die Werkstätten kommen erhebliche Umstellungen zu. Neue Arten von Reparatur- und Wartungsarbeiten werden zum bisher zu leistenden Service-Umfang hinzutreten. Andere werden langfristig verschwinden. Beispielsweise wird es keine Turbolader mehr zu reparieren geben, wenn der Verbrenner eines Tages ganz von den Straßen verschwunden sein sollte.

Was wird eigentlich mal aus den Energiezellen?

Und auch das drängendste Problem der gewaltigen Akkus von E-Autos ist noch nicht richtig gelöst. Damit ist nicht etwa die Kapazität der Batterien gemeint, die die Ursache für die begrenzte Reichweite der Autos darstellt. Sondern es geht vor allem um die Frage des Recyclings und der Entsorgung.

Um die Umweltverträglichkeit der standardmäßig verwendeten Lithium-Ionen-Batterien ist es nämlich nicht sonderlich gut bestellt. Was nach Ablauf der Nutzungszeit aus den Energiespeichern werden soll, ist längst noch nicht geklärt. Fest steht nur, dass ihre Bestandteile höchstens teilweise wiederverwertbar sind. Der Prozess, Lithium-Ionen-Batterien einschließlich all ihrer chemischen Komponenten aufzuteilen, ist mit beträchtlichem Aufwand verbunden. Das Recycling von Lithium-Ionen-Akkus erweist sich in der Praxis als aufwendiger als seine Produktion.

(Foto: Daimler AG)

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Geschrieben von Oliver Hartwich
Erschienen am Dienstag, den 10. September 2019 um 17:10 Uhr  |  115 Besuche

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