Jan08
2016
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Fünf Jahre Elektromobilität – Da ist noch kein Saft drauf

Fünf Jahre Elektromobilität – Da ist noch kein Saft drauf

Im Dezember 2010 wurden die ersten Serien-Elektrofahrzeuge in Deutschland verkauft und es sollte eigentlich eine Revolution beginnen. Die beiden Elektroautos waren die ersten speziell für den Strombetrieb entwickelten E-Mobile der Neuzeit, sie kamen von großen Herstellern und wurden weltweit vermarktet. Kein Wunder, dass viele sie als die Vorboten einer neuen Zeit sauberer Mobilität sahen. Fünf Jahre später ist jedoch Ernüchterung eingekehrt: Elektromobilität – Da ist kein Saft drauf!

Elektroautos gibt es schon lange. Doch entweder handelte es sich um Nischenmodelle oder um halbherzig auf E-Antrieb umgerüstete Serien-Kleinstwagen. Erst 2010 hatten erstmals zwei globale Hersteller die komplette Konstruktion eines Autos den Anforderungen von Strom-Motor und Batterietechnik untergeordnet. Ergebnis war ein Vollelektrisches asiatisches Fahrzeug und eine deutsche Kombination von Elektromotor mit zusätzlichem Verbrennungsmotor. Technische und wirtschaftsgeschichtliche Meilensteine sind beide Autos mit Sicherheit. Revolutionäre jedoch nicht. Das Problem: Die Straße in die E-Auto-Zukunft war in Realität viel steiniger als gedacht.

Knapp eine Million elektrisch angetriebene Autos sind in den vergangenen fünf Jahren weltweit zugelassen worden. Beeindruckende Zahlen für einen neuartigen Antrieb. Genug jedenfalls, um die Freak-Nische zu verlassen. Die Technik funktioniert – auch in großem Maßstab. Trotzdem ist eine Million bei weitem nicht genug, um bei einem gesamten Kfz-Ausstoß im gleichen Zeitraum von rund 300 Millionen Fahrzeugen auch nur als Revolutiönchen wahrgenommen zu werden. Auch in Deutschland ist von umwälzenden Entwicklungen nichts zu spüren. Gerade einmal knapp 40.000 E-Mobile gehen zwischen 44,4 Millionen Bestands-Pkw komplett unter. Wenn wenigstens die Neuzulassungszahlen Grund zu Hoffnung geben würden. Doch die stagnieren im laufenden Jahr bei rund 10.000 Einheiten. Die von der Bundesregierung als Ziel gesetzte eine Million Fahrzeuge wird es 2020 in Deutschland genau so wenig geben, wie die bereits für Ende letzten Jahres angekündigten in den USA.

Die Gründe für die mäßige Kundenakzeptanz der E-Mobile sind bekannt: Die Autos sind teurer als ein Verbrenner-Pedant, die Reichweite ist beschränkt und „Tankstellen“ sind selten. Schwer dürfte aber auch etwas anderes wirken: der Dauerniedrigpreis für Kraftstoff. Beim Entwicklungsstart der beiden eingangs erwähnten Elektroautos waren diese noch kaum vorauszusehen. Explodierten die Rohölpreise auf dem Weltmarkt von 2001 bis 2008 und zwischen 2009 und 2011, so fielen sie seitdem mit steigender Geschwindigkeit. Mittlerweile liegen sie wieder auf 2005er-Niveau. Um Tankkosten zu sparen, braucht Elektroautos gerade niemand.

Ein zweiter Faktor bei der schnell abflauenden Elektro-Begeisterung könnte in der gefühlten E-Mobil-Inflation Anfang des Jahrzehnts liegen. Jeder Hersteller der etwas auf sich hielt, kündigte ein entsprechendes Fahrzeug für die nächste Zukunft an, zeigte Studien, versprach sinkende Preise und steigende Reichweite. Vielfach enttäuschten aber dann die Ergebnisse. Häufig gab es die Elektromobile nur in Mini-Stückzahl oder ausschließlich als Leasingfahrzeug für gewerbliche Kunden. Auch eine lokale Beschränkung des Angebots sorgte häufig für lange Gesichter bei potenziellen Käufern. Und Kinderkrankheiten wie zum Beispiel erhöhter Batterie-Verschleiß gab es noch dazu.

Die E-Mobile sind zwischenzeitlich zwar etwas preiswerter geworden, ob das aber an Produktivitätsverbesserungen und Skaleneffekten liegt, ist oft kaum zu sagen. Vielfach dürften höhere Subventionen durch die Hersteller der Grund sein. Auch die Reichweiten-Gewinne der letzten Zeit gehen kaum auf das Konto verbesserter Technik, sondern vor allem auf den Einsatz von größeren Akkus.

Für die nahe Zukunft planen einige Hersteller die Fortsetzung der Elektromobilität. Asiatische und Europäische Hersteller wollen in den nächsten Jahren im großen Stil erstmals oder erneut E-Autos auf den Markt bringen. Neben der Infrastruktur soll sich auch die sogenannte Smart-Grid-Technik weiterentwickeln. Dabei soll sich die E-Auto-Batterie als Speichermedium in das zunehmend dezentrale und erneuerbare Energienetz einfügen. Auch nach dem Autoleben können die Akkus dort als stationäre Speicher nützlich sein. Nicht zuletzt soll sich auch der Ladevorgang vereinfachen; eine entsprechende „Tankstelle der Zukunft“ soll noch in diesem Jahr präsentiert werden.

2017 plant dann ein amerikanischer Hersteller das E-Mobil wirklich zum Massenphänomen machen: Dann soll ein elektrischer Kompaktwagen mit einem Preis von unter 30.000 Euro die Mitte der Gesellschaft erobern. Ob das klappt, lässt sich vielleicht in weiteren fünf Jahren beurteilen.

Foto: Daimler AG

www.mercedes-seite.de

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Geschrieben von Maik Jürß
Erschienen am Freitag, den 08. Januar 2016 um 00:05 Uhr  |  2.868 Besuche

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Ein Kommentar zum Beitrag “Fünf Jahre Elektromobilität – Da ist noch kein Saft drauf”

  1. 1
    Oliver schreibt:

    Dieser ganze E-Auto Trend ist doch nur eine Mogelpackung. Solange die Energie fürs Auto aus fossilen Brennstoffen entstehen muss (und wo kommt denn der Strom in Deutschland her: größtenteils aus Kohlekraftwerken), ist das E-Auto keine Alternative zum klassischen Verbrennungsmotor. Auch dieser ganze Hybrid-Quatsch ist doch nur dazu da, den Menschen ein „gutes Gewissen“ einzuimpfen. Und das klappt vor allem bei den Amis super, die fahren ja auf Hybrids ab wie kein anderer. Das die Dinger immer noch viel zu viel Benzin bzw. Diesel verbrauchen, scheint den US-Boy nicht zu interessieren: „Ich fahre ja Prius und schone die Umwelt“ – Was für ein Quatsch.

    Eine wirkliche Alternative zum V-Motor ist die Brennstoffzelle, da man hier wirklich unabhängig von fossilen Brennstoffen ist. Auch wenn hier die Entwicklung in den letzen 10 Jahren einige Fortschritte gemacht hat, wird das noch ein paar Tage dauern, bis hier eine Serienreife erlangt wird …

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