Mai30
2011
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Nun hat der Wolfsburger Kombi endlich eine Größe, vielleicht auch das Selbstbewusstsein und endlich ein Ausstattungsniveau erreicht, das er in einer höheren Klasse mitspielen kann – aber hat er wirklich das Zeug dazu, die Mercedes-Benz E-Klasse herauszufordern?

Mercedes-Benz E-Klasse T-Modell

Mercedes-Benz E-Klasse T-Modell

In der Auto Motor und Sport Nummer 12 vom 19. Mai 2011 vergleicht die Zeitschrift den VW Passat Variant Blue TDI Highline mit der Mercedes-Benz E-Klasse 200 CDI T Elegance.

Der VW hat nach der Modellpflege ein aufgepepptes Interieur, eine ganze Armada an Assistenzsystemen und wirft nun seinen Blick eine Klasse höher. Sein Reihenvierzylinder Dieselaggregat leistet 140 PS. Es erfüllt bereits die EURO 6-Abgasnorm. CO2-Ausstoß: 139g/Km. Der Diesel in der E-Klasse leistet 136 PS. Seine Reichweite beträgt 766 Kilometer (59 Liter Tank), CO2-Emmission: 159g/Km, EURO 5-Abgasnorm.

Der Diesel in der Mercedes-Benz E-Klasse 200 CDI leistet 136 PS.

Der Diesel in der Mercedes-Benz E-Klasse 200 CDI leistet 136 PS.

Der Passat hat im Vergleich zur E-Klasse den größeren Tank (70 Liter), weswegen sich eine deutlich höhere Reichweite ergibt (986 Kilometer). Den Sprint auf Tempo 100 schafft der 1.704 Kilogramm schwere Wolfsburger in 10,4 Sekunden. Höchstgeschwindigkeit: 208 Km/h. Die E-Klasse (1,857 Kg Leergewicht) erreicht Tempo 100 nach 10,2 Sekunden und die Spitzengeschwindigkeit beträgt 203 Km/h. Beim Verbrauch liegt der Passat schon wegen seines niedrigeren Leergewichtes mit 5,3 Liter Diesel auf 100 Kilometer vor der E-Klasse (6,1 Liter).

Beim Bremsen liegen die Zwei gleichauf. Beide legen 36,7 Meter von Tempo 100 auf 0 zurück. Beim Kofferraumvolumen sieht es deutlich anders aus. In den Passat passen 1.731 Liter Gepäck. In die Mercedes-Benz E-Klasse geht deutlich mehr rein: 1.950 Liter. Auch bei der Zuladung hat der VW das Nachsehen. 603 Kg sind möglich. In der E-Klasse 695 Kilogramm. Eine ebene Ladefläche bekommt man im Passat erst, nachdem man die Rückbank umgeklappt und die Sitzflächen hochgestellt hat. Wie es besser geht zeigt die E-Klasse: ein Griff genügt und schon macht die Rücksitzbank Platz für einen riesigen, stufenfreien Ladeboden. Die niedrigere Ladekante beim Mercedes erleichtert das Beladen außerdem.

In den Innenräumen geht es ordentlich zu. Zwar weckt das VW-Cockpit trotz der Analoguhr im Phaeton-Stil keine Oberklasse-Gefühle, dennoch ist es übersichtlich und gut verarbeitet. Ist für Manche in der E-Klasse zu viel Holz, so glänzt im Passat zu viel Silber. In der zweiten Reihe geht es beim Wolfsburger weniger luftig zu als im Stuttgarter.

Viel Platz und hochwertige Verarbeitung im Innenraum der Mercedes-Benz E-Klasse

Viel Platz und hochwertige Verarbeitung im Innenraum der Mercedes-Benz E-Klasse

Im Mercedes ist das Interieur durchgängig hochwertig und sehr gut verarbeitet. Der Innenraum bietet viel Platz. Überhaupt spielt die E-Klasse gerade hier in einer ganz anderen Liga als der Passat. Weiche Kunststoffe schmeicheln den Fingerspitzen ebenso wie offenporiges Dekor-Holz. Beim VW hingegen kommt selbst im unteren Bereich des Armaturenbrettes Hartkunststoff zum Einsatz. In das ansonsten braun gehaltene Interieur mogeln sich neben der Plexiglasabdeckung der Uhr auch noch schwarze Lautsprechergitter.

Auch beim Komfort offenbart sich der Klassenunterschied deutlich. Während die Mercedes-Passagiere von Motor- und Fahrwerksgeräuschen entkoppelt über schlechte Straßen sprichwörtlich schweben, lässt sich der Zustand des Straßenbelages im Passat zu jeder Zeit unangenehm gut einschätzen. Da helfen auch die adaptiven Dämpfer im VW nicht viel. Zum angenehmen erhabenen Fahrgefühl in der E-Klasse trägt neben der etwas indirekt, aber stoßarmen und sehr gefühlvoll agierenden Hydraulik Lenkung die niemals hektisch schaltende Fünfstufen-Wandler-Automatik mit bei.

In das Gepäckabteil der Mercedes-Benz E-Klasse passt ordentlich was rein - 1.950 Liter Fassungsvermögen

In das Gepäckabteil der Mercedes-Benz E-Klasse passt ordentlich was rein - 1.950 Liter Fassungsvermögen

Beim Blick auf die Preise könnte man vielleicht ins Grübeln kommen. Ist der VW Passat Variant Blue TDI Highline ab 37.970 € zu haben, kostet die Mercedes-Benz E-Klasse 200 CDI T Elegance rund 10.000 € mehr – Grundpreis: 47.172 €. Diesen Preis rechtfertigt die E-Klasse mit seiner unübertroffenen Geräumigkeit, dem erlesenen Fahrkomfort und einer bis ins Detail perfekt verarbeiteten und praktischen Karosserie. Der VW mag vielleicht günstiger sein und auch eine Menge Platz bieten, aber sein deutlicher Abstand bei Komfort und der Qualität sind sehr überraschend.

Es war ein netter Versuch vom Passat die E-Klasse herauszufordern, aber für mehr als einen Blick in die Oberklasse hat es dann am Ende doch nicht gereicht.

Es war ein netter Versuch vom Passat die E-Klasse herauszufordern, aber für mehr als einen Blick in die Oberklasse hat es dann am Ende doch nicht gereicht.

Fotos: Daimler AG

 

Den Artikel „Klassenkampf“ – Vergleichstest VW Passat Variant Blue TDI Highline mit der Mercedes-Benz E-Klasse 200 CDI T Elegance können Sie in der Auto Motor und Sport Nummer 12 vom 19. Mai 2011 nachlesen.

 

 

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Geschrieben von Maik Jürß
Erschienen am Montag, den 30. Mai 2011 um 23:29 Uhr  |  14.347 Besuche

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