Jun24
2016
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"Brexit" - Die Automobilindustrie steht vor großen Herausforderungen

„Brexit“ – Die Automobilindustrie steht vor großen Herausforderungen

Großbritannien hat in einem Referendum für den Austritt aus der Europäischen Union gestimmt. Die politischen und wirtschaftlichen Folgen sind noch nicht absehbar. Die Automobilindustrie steht vor großen Herausforderungen.

Am Freitagmorgen waren alle Stimmen ausgezählt. Das Ergebnis des britischen EU-Referendums: 51,9 Prozent der Wähler stimmten für den „Brexit“, 48,1 Prozent dagegen. Großbritannien wird nun also damit beginnen, die Modalitäten des Austritts aus der Europäischen Union zu verhandeln.

Davon sind auch die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Großbritannien und den Ländern der EU betroffen. Wie stark sich der „Brexit“ auf die Automobilbranche auswirken wird, ist noch unklar. Klar ist aber, dass auf die Hersteller und Zulieferer viel zusätzliche Arbeit zukommt.

Markus Kerber, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der deutschen Industrie (BDI), sagte: „Die Entscheidung schwächt das Vereinigte Königreich selbst, die EU und Deutschland – und zwar politisch wie wirtschaftlich.“ Das Leitmotiv für die Austrittsverhandlungen müsse nun lauten: „Maximale Schadensbegrenzung für unsere Unternehmen, für unsere Beschäftigten und ihre Einkommen. Viele Fragen zu Themen wie Marktzugang, regulatorischen Standards oder zur Mobilität von Beschäftigten müssten neu geklärt werden“ so Kerber.

Vor allem der Verlust des Zugangs zum Binnenmarkt werde die britische Wirtschaft und deutsche Unternehmen mit Geschäft im Vereinigten Königreich nach Schätzungen des BDI „hart und unmittelbar“ treffen: „Wir erwarten in den kommenden Monaten einen deutlichen Rückgang des Geschäfts mit den Briten“, sagte Kerber. „Der bilaterale Handel dürfte leiden. Neue deutsche Direktinvestitionen auf der Insel sind kaum zu erwarten.“

Der Chef des Instituts für Automobilwirtschaft (Ifa), Willi Diez, gab sich am Freitagmorgen angesichts der Neuigkeiten aus Großbritannien sogar optimistisch. „Der „Brexit“ werde für die deutsche Autoindustrie nach seiner Einschätzung auf lange Sicht keine negativen Folgen haben. Im Gegenteil: Nach einem kurzfristigen Kurseinbruch werde das britische Pfund wohl stärker und dadurch den Absatz deutscher Autos in Großbritannien ankurbeln“, vermutet Diez.

Seine Argumentation: Der Finanzplatz Großbritannien könnte zu einer Art zweiter Schweiz in Europa werden, wo Kapitalanlagen nicht dem Zugriff der EU-Finanzpolitik ausgesetzt seien. Das stärke den Finanzplatz London, was dem Kurs des britischen Pfund Auftrieb geben werde.

Die Sorgen deutscher Industriemanager vor Handelsschranken zwischen Kontinentaleuropa und dem Vereinigten Königreich hält Diez indes für unbegründet. Weder der EU noch Großbritannien sei an solchen Hemmnissen gelegen, vielmehr wollten beiden Seiten weiter einen guten und reibungslosen Austausch von Waren und Dienstleistungen. Diez glaubt: „Die enge Anbindung der Briten an Europa wird erhalten bleiben.“

 

Foto: conservo.wordpress.com

 

www.mercedes-seite.de

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Geschrieben von Maik Jürß
Erschienen am Freitag, den 24. Juni 2016 um 13:01 Uhr  |  810 Besuche

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