Okt30
2012

[UPDATE] Skisack im W211 nachrüsten

Veröffentlicht in Bertha Keine Kommentare »
Geschrieben 30. Oktober 2012 von
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A 211 840 02 62 – Der Skisack für den W211

Wessen Sonderausstattungsliste keinen Skisack beinhaltet und wer diesen aber dennoch gerne im Auto hätte, der kann sich diesen ohne große Probleme nachrüsten. Bei Mercedes gibt es sogar eine „Nachrüstoption“ für den S211 – diese schlägt allerdings mit schlappen 500 EUR zu Buche. Es geht aber auch günstiger – wenn man den Skisack (Mercedes und das EPC nennt ihn „BEHÄLTER“) selber einbaut.

Die folgenden Hinweise beziehen sich auf das E-Klasse T-Modell (S211), Modelljahr 2009, Erstzulassung Juni 2008. Laut EPC gibt es noch eine zweite Version des Skisacks für Modelle ab Fahrgestellnummer B440850 (06.02.2009). Welche Veränderungen es hier gegenüber der ersten Version gibt, konnte mir bislang niemand sagen:

  • bis B440850 (06/02/2009): A 211 840 02 62
  • ab B440850 (06/02/2009): A 211 840 05 62

Der Einbau unterteilt sich in zwei Arbeitsschritte. Im ersten Schritt ersetzt man den Dummy in der Lehne der Rücksitzbank durch den Skisack. Der zweite Schritt umfasst die Anbringung einer speziellen Öse (ähnlich den Befestigungshaken im Kofferraum) an der Unterseite der Rücksitzbank mittig über dem Kardantunnel. Hier wird der Skisack im beladenen Zustand eingehakt.  Der Skisack selber besitzt am vorderen Ende auch noch ein eingearbeitetes Band, mit dem man den Inhalt des Sacks fixieren kann.

Vorher …

… und nachher

 

 

 

 

 

 

 

Die Einkaufsliste

  • 800: A 211 840 02 62 xxxx Behälter / Skisack (s. Hinweis weiter oben für Modelle ab Nummer B440850)

Für die Befestigungsöse im hinteren Fußraum ist folgendes nötig:

  • 810: A 211 840 00 49 Bügel (Befestigungsband)
  • 820: 2x A 000 991 5 532 Blindniete (Befestigung Bügel)
  • 830: A 210 860 02 14 Halter (Konsole an Rückwand)
  • 840: A 211 924 03 37 xxxx Abdeckung (an Bügel)
  • 850: A 211 924 12 37 xxxx Abdeckung (Mutter)
  • 860: N 304035 008001 Sechskantmutter (Halter an Bügel M8)

(die 8xx-Nummern dienen zum Auffinden der einzelnen Teile in den EPC-Grafiken 92 011 (FONDSITZ / FONDKISSEN, FONDSITZ KLAPPBAR) und 92 022 (FONDSITZ / FONDLEHNE KLAPPBAR))

das „xxxx“ steht für den jeweiligen Farbcode. Dieser richtet sich nach dem Farbcode der Innenausstattung:

  • 5C56 – PAZIFIKBLAU für 332A / 432A / 732A / 132A / 832A / 842A
  • 7F72 – PALMAGRAU für 338A / 438A / 738A / 138A / 838A / 848A
  • 7K37 – PALMAGRAU DUNKEL für 148A / 348A / 448A / 748A / 828A / 858A
  • 8J12 – KIESEL für 335A / 435A / 735A / 135A / 835A / 845A
  • 8K67 – BUCKSKIN für 144A / 824A / 854A
  • 8L36 – COMOBEIGE für 825A
  • 8M28 – TERRACOTTA für 827A
  • 9051 – SCHWARZ für 141A / 341A / 441A / 741A / 821A / 851A
  • 9B51 – ANTHRAZIT für 331A / 431A / 731A / 131A / 831A / 841A
  • 9B51 – ANTHRAZIT für 251A / 252A / 257A

Meine Innenausstattung ist „Leder Nappa buckskin (854A)“ – also lautet demnach meine Teilenummer des Skisacks A21184002628K67.

Gesamtkosten (UVP) 325 EUR für den Skisack und ca. 30 EUR für das Hakenmaterial. Einbauzeit: Skisack etwa 15 Minuten, das Hakensetzen ca eine knappe Stunde. Da ich nur den Skisack gekauft habe und noch etwas Rabatt bekam, kostete mich der Spass „nur“ 290 EUR. Aber die Skisäcke für den 211er werden wohl nicht mehr produziert, zum Zeitpunkt meiner Bestellung lagen noch 14 Stück (in meiner Farbe 8K67 „auf Halde“). Ob nach Abverkauf dieser noch nachproduziert wird, ist fraglich.

Ich habe vor der Abholung des Skisacks (Lieferzeit 2 Werktage) die alte Abdeckung (A 211 920 16 86) ausgebaut und bin dann mit dem Loch in der Rückenlehne zu Mercedes gefahren. Dieses Vorgehen erwies sich als äußerst nützlich. Doch der Reihe nach.

Die Abdeckung der Durchladeöffnung vor der Umbau

Unter dem aufgeklebten Teppichboden sind die Schrauben versteckt

Blick von vorne durch die offene Luke.

Sind diese Schrauben entfernt, kann die Abdeckung ausgebaut werden. Beim Ausbauen auf die kleinen Haltenasen und die Blechschrauben achten.

 

Die Plastikabdeckung, die die „Durchreiche“ verschließt, ist von hinten mit vier Torx-Schrauben in der der Rückbank befestigt. Diese Schrauben liegen an den vier Ecken unter dem aufgeklebten Stück Teppich an der Rückseite der Rückbank. Die Ecken des Teppichs einfach soweit abziehen, bis man die Schrauben sehen kann. Am besten macht sich das bei vorgeklappter Rückenlehne. Sind die Schrauben entfernt (diese aufheben, der Skisack ist ein Ersatz- und kein Zubehörteil – demnach wird er ohne Befestigungsmaterial geliefert), muss man mit einem festen aber gut dosierten Handballenschlag den Plastikdummy von vorne nach hinten herausdrücken. Dabei ist darauf zu achten, dass die „Blechschrauben“ (die Metallklammern, die die Schrauben im Metallskelett der Rückenlehne halten) nicht in den unendlichen Tiefen des Fonds verschwinden.

Bei mir ist genau das passiert: Eine dieser Metallklammern ist beim Herausdrücken abgegangen und verschwunden. Glücklicherweise konnte mir mein freundlicher Teileonkel beim Abholen des Skisacks hier zwei Ersatzklammern geben.

Außerdem ist beim Herausnehmen auf die schmale Kunststoffschiene zu achten, die rechts nach oben verläuft. Die kleinen Nasen an der Rückenlehne sollten nicht abbrechen. Nachdem der Dummy raus war, gings mit diesem zur Abholung des „BEHÄLTERS“ (offizielle Teilebezeichnung). Neben dem Wunsch nach Ersatz für die verloren gegangene Metallklammer hatte ich die Möglichkeit, vor dem Bezahlen den Dummy mit dem Skisack auf Übereinstimmung (Farbe, Größe, Sitz der Bohrungen) vergleichen.

Abdeckung und Skisack von vorne

… und von der Rückseite, die um Kofferraum liegt.

 

Der Einbau ging dann schneller als der Ausbau. Einfach den neuen Skisack von hinten in die Öffnung eindrücken. Dabei zuerst (!) die kleine Zunge unten rechts einsetzen und dann die Haken unter der rechten Plastikschiene nach und nach eindrücken. Zum Schluss dann die vier Schrauben, die sitzen nun hinter der Klappe im Kofferraum, festschrauben.

Die Montage der Befestigungsöse oberhalb des Kardantunnels an der Rückbank ist unter Umständen nicht alleine möglich, da man hierzu eine Blindnietzange benötigt. Da hier relativ große Edelstahlnieten verwendet werden, kommt man mit einer Heimwerker-Nietzange nicht sehr weit. Hier sollte man seine Werkstatt um Hilfe bitten. Problematisch ist, dass man zum Setzen der Nieten kaum ausreichend Platz hat. Mit einer Hebelzange braucht man so viel Platz, den man nur durch Ausbau der Mittelkonsole erreichen würde. Und mit einer Winkelzange kann man nicht die notwendige Kraft erzeugen. Also sollte man sich zuvor in der Werkstatt erkundigen, ob dort eine Druckluftzange vorrätig ist, denn nur diese ist entsprechend kompakt und erreicht die notwendige Kraft, um diese Nieten einzusetzen und den Haken richtig zu befestigen.

Die Befestigungsöse besteht aus sechs Teilen: dem Bügel (quasi die Grundplatte, Nr. 810), den beiden Blindnieten (Nr. 820), der eigentlichen Öse (Nr. 830), der Bügelabdeckung (Nr. 840), der Mutter (Nr. 860) und der Mutterabdeckung (Nr. 850). Wichtig bei der Montage ist, dass die Öse, an die später der Skisack angehängt werden soll, nach oben zeigt. Am besten ist es, den kompletten Haken vor dem Einbau einfach zusammenzusetzen, so erkennt man schnell, wie die Teile zusammengehören.

Die Befestigung des Hakens hat Mercedes im Karosserieblech oberhalb des Mitteltunnels bereits vorbereitet – es befinden sich bereits zwei Löcher hier im Blech. Klappt man die Sitzbank nach vorne und entfernt diese und greift zwischen Teppich und Blech, kann man diese beiden Löcher ertasten. Ich habe mit zwei sehr langen Stahlnägeln durch den Teppich diese beiden Löcher „markiert“. Der Teppichboden ist an dieser Stelle sehr stark und dick.

Hat man die Löcher von außen mit Nägeln fixiert, muss man sich nun eine Öffnung in den Teppich schneiden. Das geht am besten mit einem Teppichmesser. Zuerst habe ich einen Streifen zwischen den beiden Nägeln geschaffen. Anschließend habe ich die Öffnung step-by-step vergrößert. Sobald man eine kleinere Öffnung hat, sollte man versuchen, das Befestigungsband (810) von oben zwischen Teppich und Blech in die gewünschte Position zu schieben. Diese ist erreicht, wenn die Bohrungen im Blech mit den Löchern in Befestigungsband übereinstimmen.

 

Die notwendige / endgültige Form der Öffnung erkennt man gut an der halbrunden ebenen Rückseite der Abdeckplatte (840) – diese muss nachher auf dem Befestigungsband (810) eben aufliegen. Wenn man jetzt die Abdeckung (840) auf das Befestigungsband aufsetzt, sieht man gut, wie der Haken später sitzen wird. Drückt man nun die Abdeckung fest auf den Teppich, erkennt man anschließend die Abdrücke im Teppich. So erscheint auch der halbrunde Umriss, der aus dem Teppich ausgeschnitten werden muss, damit am Ende die Abdeckung (840) eben auf dem Befestigungsband (810) aufliegt.

Ist alles ausgeschnitten und kann man die Nieten problemlos einsetzen, geht es zur Nietzange. Warum kann man hier keine Schrauben verwenden? Ganz einfach: dazu müsste man ja „auf die andere“ Seite des Bleches greifen können, um die Schraube entweder durch das Loch zu stecken oder von hinten mit einer Mutter zu befestigen. Außerdem handelt es sich hier um einen Sicherungshaken, an dem im Extremfall (Vollbremsung mit vollem Skisack) enorme Kräfte zerren. Schrauben würden hier einfach ausreißen.

Ist das Befestigungsband (810) mittels der beiden Blindnieten (820) am Blech befestigt, setzt man zuerst die Abdeckung (840) ein. Anschließend kommt die Öse (830) drauf und wird mit der Mutter (860) gut fixiert. Zum Schluss verschwindet die Mutter unter der zweiten Abdeckplatte (850).

Bilder der Hakenmontage folgen …

Bei Bedarf verschicke ich gerne per Mail die Grafiken mit den einzelnen Bauteilen.

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Geschrieben von Oliver Hartwich
Erschienen am Dienstag, den 30. Oktober 2012 um 21:01 Uhr  |  15.666 Besuche

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