Aug24
2010
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Wenn ein Vergleichstest mit Sätzen wie: „…allen voran der neue…“, „…hat zum Modellwechsel ordentlich nachgelegt…“, oder „…damit übertrumpft er die ewigen Konkurrenten…“ anfängt, dann braucht man diesen eigentlich nicht bis zum Schluss lesen, denn es steht bereits fest, wie er endet.

So ist es auch mit dem Beitrag „Willkommen im Kombi-Himmel“ von Redakteur Jan H. in der Auto Bild Nummer 32 vom 13. August 2010. Leider handelt es sich hierbei nicht um einen Vergleich der aktuellen deutschen Oberklassekombis, sondern offensichtlich nur um die Präsentation des neuen Bayrischen Edellasters.

Angetreten auf irgendeinem Testgelände zum Vergleich sind: Mercedes-Benz E 220 CDI T, Audi A6 Avant 2.0 TDI und BMW 520 d Touring.

Mercedes-Benz E-Klasse T-Modell

Der Redakteur stellt sich anfangs die Frage: Prestige, PS, Platz – Was will man mehr. Doch er findet darauf keine sinnvolle nachvollziehbare Antwort. Das wichtigste Kriterium bei einem Kombi sollte doch das Platzangebot sein. Audi (565-1660 Liter) und BMW (560-1670 Liter) treffen sich hier auf Augenhöhe. Der Mercedes lässt beide locker mit 695-1950 Liter stehen.

Gleiches Bild beim Thema Zuladung. BMW 508 Kilo, Audi 533 Kilo. Der Mercedes zieht mal eben 600 Kilo weg. Obwohl der neue Bayer ganze 12 cm länger als der Mercedes ist, wurde bei Ihm der Innenraum nicht voll genutzt.

Auch bei der Ausstattung und der Motorisierung zeichnet der Redakteur ein seltsames Bild. Wenn man der E-Klasse und dem Audi (beide 170 PS) den BMW mit 184 PS gegenüberstellt, dann ist es nicht verwunderlich, dass der Bayer beide „abhängt“. Auch ist die Motorleistung keine Begründung für Sportlichkeit. Schnell sind alle drei sowieso. Aber sind die 4 Km/h die der Bayer schneller ist als der Mercedes wirklich sportlich?

Auch die vom Redakteur gepriesene Agilität des Bayern scheint wohl ein wenig überbewertet. Dass der BMW mit 1852 Kilogramm Leergewicht agiler sein soll als der Mercedes (1820 kg), kann angezweifelt werden! Immerhin bekommt der Mercedes-Motor (Biturbo, 400 Nm) den Titel: „sehr geschmeidig“. Das BMW-Aggregat (380 Nm) wird näher mit „echt Turbo – aufbrausend“ bezeichnet.

Das die E-Klasse mit einem Grundpreis von 45.339 € gerade einmal 1.439 € teurer ist als der BMW, wertet der Tester in seinem Fazit pauschal zu Ungunsten des Mercedes. Hätte der Münchener mit der gleichen Ausstattung dagestanden, wäre ein deutlich anderes Bild entstanden. Denn bevor der BMW das üppige Ausstattungsniveau der E-Klasse erreicht, werden schnell ein paar Tausender extra fällig.

Weiteres Fazit: „…die teure Wartung ziehen ihn (Mercedes) herunter.“ Mathematisch nicht nachvollziehbar, denn die Kosten der Wartung sind bei Mercedes (bis 450 €) niedriger als bei BMW (bis 480 €).

Dass der Audi bei diesem Vergleich durchweg die schlechtesten Karten hat wird pauschal mit dem Alter begründet. Im Vergleich zu seinen beiden Rivalen hat er die größten Schwächen bei der Ausstattung. Dass sein Drehmoment (350 Nm) nicht an die Stärken seiner Kontrahenten heranreicht, ist auch klar. Die gefühllose Lenkung und ein im Vergleich zum BMW höherer Verbrauch sollten jedoch kein Grund für den Ingolstädter sein, sich verstecken zu müssen. Bei der Zuladung und den Bremswerten hat der BMW dann das Nachsehen.

Abgeschlossen wird der Vergleichstest von Redakteur Jan H. mit „…Alles neu, alles besser – so könnte man den Sieg des BMW zusammenfassen.“

Das alle drei mit reichlich Platz und einer Portion Prestige vorfahren, ist nicht neu. Bei einem Vergleichstest von Kombis sollten aber dann eher Attribute wie Platz, Zuladung oder Variabilität wichtig sein.

Zu dieser Erkenntnis kommt Herr H. dann auch noch und stellt fest, dass der Bayer mit den Kombi-Qualitäten der Mercedes E-Klasse nicht mithalten kann, weil Ihm zum perfekten Lastesel Platz und Zuladung fehlen.

Ein schlichter sachlicher Vergleichstest hätte deutlich mehr Aussagekraft gehabt und wäre sicherlich interessanter und informativer gewesen. Die wichtigsten technischen Daten waren aus der Tabelle ersichtlich und hätten nur noch näher beschrieben werden müssen. Die Fotos waren gut.

Eine Wertung sollte generell dem Leser überlassen werden. Das Urteil des Redakteurs sollte eine Randnotiz bleiben. Am Ende entscheiden der persönliche Geschmack, die Lieblingsmarke, der Preis, die Technik, die Ausstattung, die Unterhaltskosten und sonstige Kriterien darüber wer gewinnt.

Den kompletten „Testbericht“ zum Oberklassekombivergleich können Sie nachlesen in Auto Bild Nummer 32 vom 13. August 2010.

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Geschrieben von Maik Jürß
Erschienen am Dienstag, den 24. August 2010 um 09:02 Uhr  |  9.629 Besuche

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