Jan17
2012
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Mercedes-Benz Vito E-CELL

Mercedes-Benz Vito E-CELL

Leise, abgasfrei und praxistauglich – 100 batterie-elektrisch angetriebene Mercedes-Benz Vito E-CELL haben sich ein Jahr lang im Kundeneinsatz in Berlin und Stuttgart bewährt. Der weltweit erste Transporter mit Elektroantrieb ab Werk fährt seit Herbst 2010 in der Bundeshauptstadt und seit Anfang 2011 in Stuttgart. Beide Projekte mit jeweils 50 Vito E-CELL sind auf vier Jahre ausgelegt. Die Abschlussberichte am Ende des Förderzeitraums fallen positiv aus: Der Vito E-CELL eignet sich ideal für den innerstädtischen Betrieb. Mit ihm ist die Vision vom emissionsfreien Fahren im Wirtschaftsverkehr Wirklichkeit geworden. Inzwischen fahren insgesamt 230 Vito E-CELL in mehreren Modellregionen.

Die Projekte zeigen, wie sich durch enge Zusammenarbeit von Automobilindustrie, Wirtschaftsunternehmen, Energieversorgern und Politik die Elektromobilität in Deutschland entscheidend vorantreiben lässt. Das Bundesministerium für Umwelt und Naturschutz unterstützt das Projekt EMKEP in Berlin (Elektrifizierung von Mercedes-Benz Kleintransportern in Entwicklung und Produktion). In Stuttgart wird das Projekt IKONE (Integriertes Konzept für eine nachhaltige Elektromobilität) vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung gefördert. Beide Fördermaßnahmen gehören zum Konjunkturprogramm 2 der Bundesregierung.

Mercedes-Benz und die Energieversorger Vattenfall (Berlin) und EnBW (Stuttgart) setzen an beiden Standorten bei den Fahrzeugen und ihrer Ladetechnik neue Technologien um. So haben die Energieversorger den Betreibern auf deren Betriebshöfen Ladestationen zur Verfügung gestellt. Hier werden die Batterien des Vito E-CELL außerhalb der Betriebszeiten aufgeladen.

Auf Basis der Smart Charge Communication Unit (SCCU) im Vito E-CELL wird intelligente Ladetechnik genutzt. Sie optimiert die CO2-Bilanz der Transporter mit zertifiziertem Ökostrom oder gar überschüssiger Windenergie („Wind-to-Vehicle/W2V“). Zugunsten der Betriebskosten kann die Ladetechnik ebenso auf günstige Stromtarife programmiert werden. Setzen Betreiber mehrere Vito E-CELL ein, werden die Ladevorgänge mit einem lokalen Lastmanagement (LLM) so gestaffelt, dass die Netzkapazität nicht überfordert ist.

In Berlin übergab Mercedes-Benz Anfang September 2010 die ersten Fahrzeuge für den Feldversuch an die Erprobungspartner, in Stuttgart im Januar 2011. Die Einsatzgebiete sind breit gestreut: Kurier-, Express- und Paketdienstleister (KEP), Werkverkehr in Großkonzernen, Servicefahrzeuge für die Wartung von Anlagen, im Kundendienst und in der Montage, innerbetriebliche Transporte. Eine wesentliche Rolle für die Wahl der Regionen spielte die unterschiedliche Topografie. Im Unterschied zum flachen Großraum Berlin betragen die Höhenunterschiede innerhalb des Stuttgarter Stadtgebiets 350 Meter – ein Härtetest für Reichweite, Rekuperationsleistung und Antriebseigenschaften des Vito E-CELL

In beiden Regionen bewerten die Fahrer den Vito E-CELL sehr positiv. Fahrverhalten, Zugkraft, gleichmäßiges Beschleunigen ohne Schaltvorgänge sowie das kontinuierliche Abbremsen stufen sie günstig ein. Sie loben auch die Geräuscharmut. Einzige Schattenseite des leisen Antriebs: Andere Verkehrsteilnehmer hören den Transporter nicht immer nahen. Dies erfordert nach Ansicht der Fahrer erhöhte Aufmerksamkeit und eine besonders vorausschauende Fahrweise.

Anfängliche Befürchtungen über eine zu geringe Reichweite bestätigten sich in der Praxis nicht. Die Reichweite belief sich einschließlich des Winterbetriebs auf mindestens 80 km pro Batterieladung, in den weitaus meisten Fällen ausreichend. Das betrifft vor allem den KEP-Einsatz mit festen Routen, Handwerksunternehmen, Versorgungs- und Kommunalbetriebe sowie generell Einsätze in der Innenstadt und im innerbetrieblichen Bereich. Bei einer Befragung während des Tests in Stuttgart zum Beispiel beurteilten die Fahrer die Reichweite des Vito E-CELL als gut oder befriedigend. Ohnehin gehört zu den wesentlichen Erfahrungen dieses Feldversuchs, dass auch anspruchsvolle Topografie die Alltagstauglichkeit des Vito E-CELL nicht einschränkt.

Ein Indiz für die Reichweite ist der Ladezustand der Batterien. Er pendelte zum Beispiel in Berlin meist zwischen 95 und 25 Prozent der verfügbaren Kapazität. Dies deutet darauf hin, dass die maximale Reichweite des Vito E-CELL selten genutzt wird. Damit einher gehen vergleichsweise kurze Ladezeiten von ein bis drei Stunden in beiden Regionen.

Zugunsten maximaler Reichweite wird die Geschwindigkeit des Vito E-CELL bei 89 km/h elektronisch abgeregelt. Damit schwimmt der Transporter bei gelegentlichen Autobahnfahrten bequem im Lkw-Verkehr mit. Vielfach wird das Maximaltempo nicht ausgenutzt: So erreichten in Berlin nur in 30 Prozent der Elektro-Transporter täglich die Höchstgeschwindigkeit. Auswertungen ergaben, dass der Vito E-CELL in beiden Städten weit überwiegend in einem Bereich bis maximal 55 km/h betrieben wurde. Die Geschwindigkeiten konzentrierten sich in einem Bereich zwischen 15 und 30 km/h.

Das technische Konzept des Vito E-CELL

Der Vito E-CELL basiert auf dem Vito Kastenwagen mittlerer Länge. Dank der Nutzlast von bis zu 900 kg und dem unverändert nutzbaren Laderaum eignet sich der Vito E-CELL ohne Einschränkung für den gewerblichen Einsatz. Die Karosserie bleibt unangetastet.

Unter der Motorhaube sind Elektromotor, Leistungselektronik, Wandler und Netzladegerät untergebracht. Der E-Motor erreicht eine Leistung von 60 kW, das höchste Drehmoment beläuft sich auf 280 Nm. Die Kraftübertragung erfolgt auf die Vorderräder. Die leistungsstarken und belastbaren Lithium-Ionen-Traktionsbatterien ruhen unter dem Ladeboden. Die Nominalspannung beläuft sich auf 360 V, die Kapazität auf 36 kWh.

Zugunsten der Reichweite – sie beträgt nach NEFZ rund 130 km – wird die Geschwindigkeit bei 89 km/h abgeregelt. Damit kann der Vito E-CELL bei Autobahnfahrten im Fluss des Lkw-Verkehrs mitschwimmen. Mit einer Beschleunigung von 0 auf 50/80 km/h in 6,5/11 Sekunden ist er zügig unterwegs.

Die Stromversorgung erfolgt über Ladestationen auf den Betriebshöfen der Fuhrparks. Die Batterien des Vito E-CELL werden am 380/400-V-Netz geladen, dies dauert maximal sechs Stunden. Bei Bedarf kann später auch am 230-V-Netz geladen werden. Darüber hinaus werden die Batterien während der Fahrt durch Rekuperation, der Umwandlung von Bremsenergie in Strom, gespeist. Die Betreuung des Vito E-CELL erfolgt bei beiden Feldtests durch die ortsansässigen Niederlassungen. Wie jeder Mercedes-Benz, so ist auch der Vito E-CELL in das Diagnosesystem Star Diagnosis integriert.

Im Unterschied zu anderen Elektrofahrzeugen verfügt der Vito E-CELL über eine vollwertige Sicherheitsausstattung einschließlich ESP. Darüber hinaus werden die Batterien durch ein Crash-Element geschützt. Bei einer Auslösung des Airbags wird die Hochvolttechnik automatisch stillgelegt. Der Vito E-CELL hat seinen hohen Sicherheitsstandard in Crashtests eindrucksvoll nachgewiesen.

Zahlreiche Auszeichnungen für den Vito E-CELL

Der Mercedes-Benz Vito E-CELL ist vielfach von unabhängigen Jurys ausgezeichnet worden. Er trägt die Auszeichnung „Postal Technology International Award 2010“ und den Titel „Green Commercial of the Year“. Im Jahr 2011 hat der Vito E-CELL den Innovationspreis „Alternative Antriebe“ beim „KEP-Transporter des Jahres“ gewonnen, den „Umwelttechnikpreis Baden-Württemberg“ und den Design Award anlässlich der Michelin „Challenge Bibendum“, einem der weltweit größten Foren für nachhaltige Mobilität.

Größte Auszeichnung für den Mercedes-Benz Vito E-CELL ist die Nachfrage der Kunden. Im Jahr 2011 hat Mercedes-Benz im Werk Vitoria im spanischen Baskenland rund 400 Vito E-CELL gefertigt. Der Vito E-CELL wird zusammen mit allen anderen Vito auf den gleichen Bändern hergestellt. Diese professionelle Fertigung ist ein wesentlicher Punkt für die Akzeptanz durch gewerbliche Kunden.

Mercedes-Benz Vans produziert seit 2011 eine Serie von 2000 Vito E-CELL. Bald wird der elektrisch angetriebene Transporter weiteren Schub durch zusätzliche Modellmodellvarianten erhalten. Da der Vito E-CELL über eine europäische Typgenehmigung verfügt, ist für die Zulassung innerhalb der EU keine Begutachtung durch Überwachungsorganisationen notwendig. Ebenso entfallen besondere Einweisungen für die Hochvolttechnik.

Nicht zuletzt gehen die Feldversuche in Berlin und Stuttgart weiter. Sie sind jeweils auf vier Jahre und bis zu 80 000 km pro Fahrzeug angelegt. Aufgrund der großen Nachfrage und der hohen Akzeptanz konnten bereits während des Versuchs zusätzliche Fahrzeuge in weiteren Modellregionen Deutschlands zum Einsatz gebracht werden. Insgesamt fahren im Rahmen der Fördermaßnahmen 230 Vito E-CELL. Sie haben bisher rund 650 000 km erfolgreich zurückgelegt. Darüber hinaus bereitet Mercedes-Benz den Einsatz in weiteren Regionen Deutschlands und in den meisten Ländern Westeuropas vor.

 

Foto: Daimler AG

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Geschrieben von Maik Jürß
Erschienen am Dienstag, den 17. Januar 2012 um 18:48 Uhr  |  1.817 Besuche

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