Mai11
2011
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Ein Klassiker feiert demnächst einen runden Geburtstag. 2013 ist es soweit, der Mercedes-Benz 600 wird fünfzig.

Im September 1963 feierte der Mercedes-Benz 600 sein Debüt auf der IAA in Frankfurt, doch kaufen konnte man den Typ 600 (W100) erst zwei Jahre später. Die hochmoderne und beispiellos luxuriöse Limousine sollte als Repräsentationsfahrzeug für die Staatsoberhäupter und Reichen aus der ganzen Welt dienen. Seit der Geburtsstunde der liebevoll genannten „Mutter aller Staatslimousinen“ wurden bis zum Ende der Produktion 1981 insgesamt 2.677 Exemplare in den verschiedensten Ausführungen verkauft.

Mercedes-Benz 600 (W100)

Mercedes-Benz 600 (W100)

Bereits die Standardversion des Mercedes-Benz 600 war beachtliche 5,45 Meter lang und mit außergewöhnlich innovativer Technik ausgestattet. Der Wagen besaß eine zentrale Luftdruckhydraulik, die für Türschlösser, Servolenkung, Scheibenbremsen, Stoßdämpferverstellung, Fensterheber, Schiebedach, Belüftungsklappen, Trennscheiben, Sitzverstellung und Lösegerät der Feststellbremse beim Anfahren zuständig war. Das Fahrwerk konnte, je nach Belieben oder der Fahrsituation entsprechend, manuell vom Fahrer angepasst werden. Zur umfangreichen Serienausstattung gehörte natürlich auch eine elektronisch gesteuerte Klimaanlage.

Die größte und teuerste Version des Mercedes-Benz 600 war neben dem Pullman die äußerst seltene Landaulett-Version. Mit einer Gesamtlänge von 6,24 Meter und einem Radstand von knapp vier Metern Länge sorgte das Flaggschiff auf den Straßen stets für Furore. Das Dach des Landauletts konnte im hinteren Teil per Komfort-Hydraulik geöffnet werden. Die Passagiere im Fond konnten so das pure Cabriolet-Erlebnis in Verbindung mit höchstem Komfort erleben. Insgesamt wurden nur 59 Stück der Landaulett-Variante gebaut.

Kein Mercedes-Benz 600 glich dem Anderen. Bis auf den Antrieb war jedes Fahrzeug einzigartig. Dem Käufer bot sich ein schier endloses Spektrum an Individualitätsmöglichkeiten. Angefangen beim Exterieur mit verschiedensten Karosserie- und Lackierungsvarianten, bis hin zum Interieur, bei dem in punkto Gestaltung und Sondereinbauten kaum Grenzen gesetzt wurden.

Der Preis für diesen Luxus stieg im Laufe der Jahre von 56.600 DM auf 144.400 DM. Für die Langversion musste man je nach Ausstattung zwischen 7.000 DM und 21.100 DM zusätzlich investieren.

Schnell wie ein Sportwagen und gleichzeitig sanft, als würde man dahin gleiten – so wurden die Fahreigenschaften des Mercedes-Benz 600 beschrieben. Ausgestattet mit einem 6,3 Liter V8 Motor mit 250 PS, erreichte die je nach Ausstattung über drei Tonnen schwere Limousine eine beachtliche Höchstgeschwindigkeit von 207 km/h. Von null auf Tempo einhundert wurde der Wagen in knapp 10 Sekunden katapultierte. Diese Werte erreichten zu der damaligen Zeit gewöhnlich nur reinrassige Sportwagen.

Ab 1971 wurde der Mercedes-Benz 600 sogar als „kugelsichere“ Sonderausführung angeboten, um berühmte Persönlichkeiten vor möglichen Gefährdungen zu schützen. Mit dieser Ausstattung wurden insgesamt 43 Exemplare ausgeliefert.

Beeindruckende und elegante Größe - der Mercedes-Benz 600.

Beeindruckende und elegante Größe - der Mercedes-Benz 600.

Der letzte Mercedes-Benz 600 verließ das Werk in Sindelfingen im Juni 1981. Auf der IAA 2003 wurde dem „alten“ 600er“ anlässlich des 40. Geburtstages ein eigener Stand gewidmet und dort die faszinierende Geschichte dieses Automobils erzählt.

Zu den bekanntesten großen Persönlichkeiten, die einen Mercedes-Benz 600 fuhren, zählen neben Elvis Presley, Papst Paul VI, und dem japanischen Kaiser Hirohito auch Elizabeth Taylor, der Beatle John Lennon und Udo Jürgens.

Viele Staaten hatten einen 600er im Fuhrpark, unter anderem Deutschland, Ägypten, Jordanien, Kuba und Österreich.

Der 600er und zwei seiner Nachfolger

Mercedes-Benz 600 Pullman-Limousine (Baureihe W 100, 1964 bis 1981, links im Bild) und die Pullman-Limousine der Baureihe 140. Die Pullman-Fahrzeuge der Baureihe wurden von 1995 bis 2000 gebaut, zwei Jahre länger als die übrigen Limousinen der S-Klasse.

Mercedes-Benz 600 und in Fahrt.

Mercedes-Benz 600 (W100) und S-Klasse (W140) in Fahrt.

Fotos: Daimler AG


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Geschrieben von Maik Jürß
Erschienen am Mittwoch, den 11. Mai 2011 um 20:33 Uhr  |  8.336 Besuche

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