In diesen Tagen feiert die Mercedes-Welt am Berliner Salzufer ihren zehnten Geburtstag – Grund genug für uns, einen Blick zurück auf die Anfänge von Mercedes-Benz an der Spree zu werfen. Die Mercedes-Benz Niederlassung Berlin ist eine von 34 herstellereigenen Niederlassungen in Deutschland und für den Vertrieb und Service der Marken Mercedes-Benz, smart und Maybach in Berlin zuständig. In den insgesamt 11 Standorten der Niederlassung sind über 1.300 Mitarbeiter beschäftigt, damit zählt das Stuttgarter Weltunternehmen zu einem der größten Arbeitgebern der Stadt. Mit der zentral gelegenden Mercedes-Welt am Salzufer verfügt die größte und umsatzstärkste Niederlassung des ältesten Automobilherstellers der Welt über einen Standort, an dem das Konzept des kombinierten Autohauses, des Marken- und Eventcenters erstmals erfolgreich umgesetzt wurde. Denn längst werden hier nicht mehr nur Autos verkauft und repariert: Das Herzstück der Niederlassung Berlin hat sich mit rund einer Million Besuchern und rund 200 Events jährlich zu einem kulturellen und gesellschaftlichen Treffpunkt der deutschen Hauptstadt entwickelt.
Die traditionellen Verbindungen der [intlink id=“1905″ type=“page“]einstigen Daimler-Benz[/intlink] und heutigen Daimler AG mit Berlin sind älter als das Automobil selbst. Bereits 1902, sieben Jahre bevor Daimler seine erste Berliner Niederlassung eröffnet, produziert die Daimler-Motoren-Gesellschaft bereits in [intlink id=“1690″ type=“post“]Marienfelde[/intlink]. In diesem Jahr übernimmt die DMG die in Marienfelde ansässige und bereits 1898 in erster Linie nach Daimler-Lizenzen fertigende Motorfahrzeug- und Motorenfabrik Berlin (MMB), die daraufhin zur DMG-Zweigniederlassung wird. Das daraus entstandene Motoren- und Komponentenwerk Berlin-Marienfelde, was 1962 endgültig in den Produktionsverbund der Daimler-Benz-Werke einbezogen wird, ist heute ein wesentlicher Bestandteil für die Motorenproduktion der Fahrzeuge des Daimler-Konzerns und gehört mit rund 3.000 Beschäftigten zu den größten industriellen Arbeitgebern in Berlin. Seit 1997 entsteht hier der smart-Benzinmotor, 2005 startet hier die Produktion der V6- und V8-Dieselmotoren, zwei Jahre später die der BlueTEC-Varianten des V6-Diesels.
Darüber hinaus kommen die V12-Biturbo-Motoren für Mercedes-Benz und Maybach aus Berlin-Marienfelde. In naher Zukunft wird das Werk eine weitere Schlüsseltechnologie in sein Produktionsportfolio aufnehmen: Das Mercedes-Benz Werk in Berlin soll ab 2012 eine neue Generation von [intlink id=“1690″ type=“post“]getriebe-integrierten Elektromotoren[/intlink] für Hybrid-Fahrzeuge produzieren. Die Wahl des Berliner Standortes ist aber kein Zufall. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wird der Elektromotor als Alternative zum Verbrennungsmotor gehandelt. Die MMB stellt bereits 1898 ihr erstes Elektrofahrzeug vor. Partner des Projekts ist die US-amerikanische Columbia Electric Company in Connecticut, die noch bis 1918 Elektroautos baut. Der Lizenzvertrag mit dem Berliner Werk, das aus der Firma Altmann & Cie. GmbH hervorgeht, wird bereits 1897 unterzeichnet. 1899 bietet die Motorfahrzeug- und Motorenfabrik Berlin-Marienfelde auf der Basis des amerikanischen Patents vier verschiedene Personenwagen an.
Mit der schnellen Weiterentwicklung des Verbrennungsmotors vermochte das Elektromobil jedoch nicht mitzuhalten und so wird die Produktion in Berlin-Marienfelde bereits 1902 wieder eingestellt. Nach der Übernahme der MMB beginnt die Daimler-Motoren-Gesellschaft mit der Fertigung von Automobilen in Marienfelde. Für kurze Zeit werden vor allem [intlink id=“1812″ type=“post“]Transporter für das aufkommende Nutzwagensegment[/intlink] in Marienfelde gebaut, aber ab 1905 spezialisiert sich das Werk auf den Bau von Lkw und Bussen.
Privatfahrzeuge waren zur damaligen Zeit noch eine absolute Seltenheit und Luxus pur. 1902 wird in Berlin auf Rudolph Hertzog, Besitzer eines gleichnamigen Textilhauses, das erste Automobil zugelassen: ein Daimler Kraftwaren, der das amtliche Kennzeichen IA-1 erhält. Zu dieser liegt der Verkauf der Mercedes – wie auch der Benz-Automobile – noch ganz in den Händen von selbstständigen Vertretern, prominentestes Beispiel ist der damals in Nizza residierende österreichische Geschäftsmann Emil Jellinek, der „Vater“ des [intlink id=“1666″ type=“post“]Markennamens Mercédès[/intlink]. Die DMG, die sich in diesem Jahr das angemeldete Warenzeichen Mercédès patentamtlich schützen lässt, gründet mehrere Verkaufs-und Service-Büros in der Stadt. Auch die Benz & Cie. Rheinische Gasmotorenfabrik AG Mannheim, damals noch größter Konkurrent Daimlers auf dem gerade aufblühenden Kraftwagenmarkt, eröffnet Büros in der in der Königsrätzer Straße und der Kronenstraße.
Vor hundert Jahren herrscht noch nicht viel Verkehr an der Spree. Droschken, Fuhrwerke mit „Haferantrieb“ und ein paar Kraftwagen oder Zweiradfahrer teilen sich die Straßen. Wer längere Strecken zurückzulegen hat, nimmt die Straßenbahn – „Elektrische“ genannt, einen der immer zahlreicher verkehrenden Busse oder die S- und U-Bahn, deren Netz in dieser Zeit stark wächst. Autos sind zu jener Zeit absoluter Luxus, sie kosten 10.000 bis 20.000 Reichsmark (ein Facharbeiter verdient zu dieser Zeit etwa 150 Mark im Monat!). Dennoch zählt Berlin mit seinen angrenzenden Städten wie zum Beispiel dem reichen Charlottenburg, mit 6500 Fahrzeugen bereits zu den am stärksten motorisierten Regionen Deutschlands. In Berlin selber werden etwa 3500 Kraftwagen gezählt, von denen 2700 Personenwagen sind. Als in den Jahren 1906 und 1907 der Absatz von Automobilen aufgrund der kriselnden Weltwirtschaft sinkt, setzt die DMG auf eine eigene Vertriebsorganisation, um auf das Marktgeschehen unabhängig reagieren zu können. Bei Benz & Cie. in Mannheim führen ähnliche Gründe fast zeitgleich zur Gründung eines eigenen Niederlassungsnetzes.
Der 1. Januar 1909 ist das offizielle Gründungsdatum der Niederlassung Berlin der Daimler Motoren Gesellschaft, an diesem Tag wird die Mercedes-Automobilgesellschaft des selbstständigen Vertreters Max Wild in unmittelbarer Nähe des Brandenburger Tores Unter den Linden 76 am Pariser Platz zum ersten firmeneigenen Verkaufsbüro der DMG. Wild wird Leiter des Büros, das eine Reparaturwerkstatt in der Jagowstraße und Ausstellungsräume im Restaurant Rudolf Dressel Unter den Linden 78 betreut. Der Vertrieb der Fahrzeuge erfolgt nun sowohl über die unternehmenseigenen Niederlassungen als auch über unabhängige Vertreter und Händler. Dieses System stellt sicher, dass alle Automobilkunden – auch außerhalb der großen Städte – erreicht werden können und ein flächendeckendes Service-Netz verfügbar ist. Im gleichen Jahr entstehen noch DMG-Niederlassungen in Frankfurt, Dresden, Düsseldorf und Hamburg. Weltweit verfügt die DMG bereits fünf Jahre später über rund 70 Verkaufsstellen und Vertretungen unter anderem in New York, London, Kairo, St. Petersburg oder Bangkok.
Vier Jahre nach Gründung der Niederlassung, die mehr oder weniger still besiegelt wurde, wird bei der Daimler-Motoren-Gesellschaft dann groß gefeiert. Um der zunehmenden Konkurrenz vor allem aus dem Ausland gegenüberzutreten, eröffnet Daimler am 30. September 1913 eine Repräsentanz mit Ausstellungssalon an einer der besten Adressen Berlins, das Mercedes-Hauses Unter den Linden 50-52. Kaiser Wilhelm II. zeigt sich tief beeindruckt von den Erfindungen der Daimler-Motoren-Gesellschaft, besitzt selber zahlreiche Mercedes-Automobile und bittet die Stuttgarter um eine Repräsentanz in der Reichshauptstadt. Auf seine Anregung hin entscheidet sich Paul Daimler, Sohn von Firmengründers Gottlieb Daimler, für den Prachtboulevard als Standort und so lässt sich das Stuttgarter Unternehmen 1912-13 von den Architekten Alfred Klingenberg und Fritz Beyer in neoklassizistischem Stil das Mercedes-Haus als Repräsentanz in der Reichshauptstadt errichten. Hier wird u.a. der erste Lastenfahrstuhl Berlins installiert, um die Wagen auf die Verkaufs- und Ausstellungsetage transportieren zu können.
Im Erdgeschoss errichtet Daimler prunkvolle Salons für das Restaurant Robert Dressel – der „Mercedes-Palast“, wie er schnell von den Berliner genannt wird, wird zum Treffpunkt der Gesellschaft der Hauptstadt. Als eines der wenigen Gebäude an Berlins Prachtboulevard, die den Zweiten Weltkrieg und die sozialistische „Städteplanung“ überstanden haben, ist es mit der Hausnummer 28-30, bedingt durch die Umnummerierung der Straße in den 1930er Jahren, heute Teil der 2008 eröffneten „Kaiserhöfe“. Kurz nach der Fusion zur Daimler-Benz AG wird das Haus von Daimler-Benz verkauft, Verkaufs- und Ausstellungsräume werden noch bis 1935 angemietet, ehe der Standort komplett aufgegeben wird. Erst 74 Jahre später wird der Stern wieder zu den „Linden“ zurückfinden: 2009 eröffnet Mercedes-Benz eine Niederlassung auf Berlins altem und neuen Boulevard. Im Neubaukomplex „Upper Eastside Berlin“ Unter den Linden 14 entsteht die „Mercedes-Benz Gallery“.
Das Mercedes-Haus einst und heute (Foto: http://www.kaiserhoefe-unterdenlinden.de/)
Die Geschichte des heutigen Standortes am Salzufer beginnt kurze Zeit nach der Eröffnung des Mercedes-Hauses, als die Benz & Cie. Rheinische Automibil- und Motorengesellschaft Mannheim 1915 das bebaute Grundstück Salzufer 2, 2a und 3 von Siemens und Halske erwirbt. Schon ein Jahr später verfügt Benz & Cie. an dieser Stelle über eine der größten und modernsten Automobilreparaturwerkstätten der damaligen Zeit in Berlin. 1917 wird diese Benz-Werkstätten GmbH Berlin Zweigniederlassung Berlin der Benz & Cie.
Der für Deutschland verlorene Krieg hinterläßt ein politisch und wirtschaftlich völlig verändertes und von Krisen geschütteltes Land. Mercedes baut in Berlin für ein paar Jahre sogar Fahrräder, Benz bei der in Berlin ansässigen Benz-Sendling AG auch Motorpflüge, die ein wichtiger Entwicklungsträger für den Dieselmotor sind. 1922 verlegt die DMG ihren Firmensitz von Untertürkheim nach Berlin. Als am 29. Juni 1926 die beiden einstigen Konkurrenten [intlink id=“1905″ type=“page“]Daimler und Benz zur Daimler-Benz AG fusionieren[/intlink], wird am Salzufer erstmals der Schriftzug Mercedes-Benz montiert. Unter diesem Namen wird Daimler-Benz ab sofort seine Fahrzeuge anbieten. Ein Jahr später wird der ehemalige Benz-Betrieb, der Verkaufs-und Servicestützpunkt am Salzufer, offiziell die Hauptniederlassung der Daimler-Benz AG Berlin.
Mercedes-Benz entwickelt sich zunehmend zur Prestigemarke, prägt vor allem in den dreißiger Jahren den Motorsport und erobert mit dem Dieselmotor nicht zuletzt den Nutzfahrzeugmarkt. Die Niederlassung Berlin ist groß wie nie zuvor und bestens im Geschäft, so dass 1934 die Nachbargrundstücke Salzufer 4 und Gutenbergstraße 5-6 erworben und das Geschäft am Salzufer weiter ausgebaut wird. Drei Jahre später eröffnet ein Ausstellungsraum am Kurfürstendamm 26a Ecke Fasanenstraße. 1938 wird der Sitz der Daimler-Benz AG zurück nach Stuttgart verlegt.
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Neubeginn nach dem Zweiten Weltkrieg
Ab 1939 bringt der Zweite Weltkrieg Automobilproduktion und -handel weitestgehend zum Erliegen. Zum Ende des Krieges liegt auch die Mercedes-Benz Niederlassung am Salzufer in Trümmern, die vor allem im Winter 1943/44 durch mehrere direkte Bombenangriffe weitgehendst zerstört wird. Teilweise zerstört ist auch die 1944 nach Spandau in die Seeburger Straße ausgelagerte Lastwagen-Reparaturabteilung. Als am 14. Mai 1945 als ersten offiziellen Arbeitstag nach Kriegsende in beiden Betrieben die Arbeit wieder aufgenommen wird, ist das ein Start bei Null. An einen Start der Arbeit in Marienfelde, ist vorerst nicht zu denken. Ende April 1945 besetzen Truppen der Roten Armee das Werk Berlin-Marienfelde, konfiszieren dort die noch vorhandenen Maschinen und beginnen Anfang Mai mit der Demontage der Anlagen.
Nur fünf Jahre später, ein knappes Jahr nach Ende der Blockade Berlins, ist ein großer Teil des Betriebes am Salzufer großzügig wieder aufgebaut. 1950 zieht die Betriebsleitung von Spandau in das zum Teil wieder aufgebaute Verwaltungsgebäude am Salzufer um. Der Standort Salzufer wird in den Folgejahren weiter auf- und ausgebaut.
Während der Wirtschaftswunderzeit in den 1950er und 1960er Jahren boomt der Automobilabsatz, Sportwagen wie der [intlink id=“2488″ type=“post“]300 SL Flügeltürer[/intlink] stehen für automobile Freiheit. Autos mit Stern sind begehrt wir nie zuvor und werden zum Symbol des wirschaftlichen Aufschwungs in Westdeutschland und Westberlin. Durch die bevorstehende Teilung der Stadt entwickelt sich der Kurfürstendamm mehr und mehr zur Flaniermeile und darauf reagiert auch Mercedes-Benz. Der Prachtboulevard ist zum Zentrum West-Berlins geworden, zahlreiche Film- und Theaterbühnen, Restaurants und Cafés sorgen für einen regen Besucherstrom. 1959 eröffnet Mercedes-Benz am Kurfürstendamm 203 Ecke Knesebeckstraße einen neuen repräsentativen Verkaufs- und Ausstellungsraum.
Niederlassung Berlin-Spandau, Seeburgerstraße. Neuer Zweigbetrieb der Daimler-Benz AG in Spandau. Auf einer Gesamtfläche von 43.000 m2 wurde eine 6.000 m2 große Werkstatthalle mit 39 Standplätzen für die Reparatur von LKW und Omnibussen sowie 16 Standplätze für Personenwagen errichtet.
Parallel zum PKW-Boom wird die [intlink id=“1855″ type=“post“]Lkw-Produktion ausgeweitet[/intlink], da sich der Güterverkehr immer mehr auf die Straße verlagert. Omnibusse, Transporter und Unimog ergänzen die Produktpalette. Mit dem erweiterten Angebot wachsen die Anforderungen an die Niederlassungen und Händler. Die Daimler-Benz AG reagierte darauf mit der Gründung der Mercedes-Benz Vertriebsorganisation Deutschland mit der Zielsetzung einer einheitlichen und markenadäquaten Vermarktung ihrer Fahrzeuge.
Als 1961 die Mauer Berlin endgültig teilt, engagiert sich Mercedes-Benz für eine Stärkung der Wirtschaftskraft des Westteils der Stadt. Neben dem Ausbau der Betriebe gehört dazu ein starkes Engagement bei der Ausbildung, sowohl im kaufmännischen als auch im gewerblichen Bereich. Ausgesprochen innovativ ist die Niederlassung 1972 mit der Gründung der ersten deutschen Spezialwerkstatt für Taxis, von denen die meisten auch in Berlin den Stern als Markenzeichen – auch heute noch – tragen. Vier Jahre zuvor beginnt Mercedes-Benz mit der sukzessiven Erweiterung seiner Hauptniederlassung am Salzufer, die sich in mehreren Etappen bis 1986 erstreckt. Als das Auto im Jahr 1986 sein einhundertjähriges Jubiläum feiert, präsentiert sie sich als ein moderner Betrieb mit zeitgerechtem Serviceangebot und neuester technischer Ausstattung.
Bereits 1980 wird die Mercedes-Benz Niederlassung Berlin um ein spezielles Gebrauchtwagen-Center erweitert, welches im Berliner Norden in der Holzhauser Straße eröffnet wird. Die jedoch größte Herausforderung nach dem Wiederaufbau vor 40 Jahren stellt das Ende der deutschen Teilung und den Fall der Berliner Mauer 1989 dar. Durch die Wiedervereinigung verdoppelt sich auf einen Schlag das Einzugsgebiet der Niederlassung Berlin.
Um den stetig wachenden Kundenansturm zu begegnen, entstehen weitere Betriebe am Brunsbütteler Damm in Spandau und in Falkensee, um das angrenzende Brandenburger Land zu versorgen. Jedoch rentieren sich diese beiden Standorte nicht und werden bereits 1994 wieder geschlossen. Um die neuen 1,2 Millionen potenziellen Kunden im Ostteil Berlin direkt bedienen zu können, errichtet Mercedes-Benz zusätzlich zwei neue Verkaufs- und Servicebetriebe in der Gehringstraße in Weißensee und in der Lichtenberger Sewanstraße.
Im April 1991 entsteht mit den Ausstellungsräumen in der Friedrichstraße 180-184 ein repräsentativer Standort in Berlins Mitte. Hier ist Mercedes-Benz aber eindeutig zu früh am Start. Die Friedrichstraße gleicht den nächsten Jahren noch einer Großbaustelle und ist zu dieser Zeit noch weit entfernt vom Glanz aus alten Zeiten. Erst 10 Jahre später wird die Friedrichstraße wieder zur Flaniermeile, aber da ist Mercedes-Benz bereits ausgezogen. Denn kurz vor der Jahrtausendwende entsteht mit dem Potsdamer Platz quasi „um die Ecke“ ein neues Zentrum im Herzen Berlins, zu der auch Mercedes-Benz umfangreich beisteuert.So eröffnet 1997 ein Showroom im Debis-Tower am Potsdamer Platz. Bei Debis handelt es sich um die Dienstleistungstochter Daimler-Benz InterServices.
Das Areal am Potsdamer Platz wird neuer Sitz der Mercedes-Benz Vertriebsorganisation, die 1998 von Stuttgart nach Berlin gezogen ist. Aber auch dieser Showroom wurde nach weniger als 10 Jahren wieder aufgegeben, als 2007 der mehr als 100 Meter hohe Turm am Potsdamer Platz samt umliegender Gebäude verkauft worden ist. Ähnlich ergeht es dem Ausstellungsraum am Alexanderplatz 5, der 1993 eröffnet wird. Hier fehlt einfach die passende Kundschaft für ein Autohaus, zumal die Modernisierungen der Geschäfts- und Flanierwelt rund um den Alex erst über 10 Jahre später einen Stand erreicht haben, der eine ausgewogene Kundschaft anzieht. Auch diesen Standort gibt Mercedes-Benz nach kurzer Zeit wieder auf.
Doch nicht nur die Zahl der potentiellen Kunden ändert sich in den 1990er Jahren, auch die Anforderungen der Kundschaft an Autokauf und Service verändern sich. Mit den großen Produktoffensiven erweitert sich neben der Modellpalette auch der Kundenkreis. Die neuen, vor allem jüngeren Kundenkreise erwarten auch neue Verkaufsstrategien, Serviceangebote und Ansprüche an Fahrzeugpräsentation.
Die Niederlassung Berlin stellt sich dieser Herausforderung beschließt 1996 eine konsequente Erweiterung von vier ihrer Betriebe. Zusätzlich entsteht im Osten Berlins in Marzahn ein komplett neues Center. Dieses Center Ost ersetzt Ende Oktober 1997 die beiden Standorte in Weißensee und Lichtenberg. Gleichzeitig werden die vier großen Center im Westteil der Stadt grundlegend erneuert. Das Center Nord in Reinickendorf bietet speziellen Service für Fahrzeuge früherer Baujahre, das Center West in Spandau baut seine Stellung als Kompetenzzentrum für Nutzfahrueuge weiter aus – zusätzlich wird hier nun auch das Pkw-Progarmm angeboten. Zum speziellen Angebot im Center Süd in der Daimlerstraße in unmittelabrer Nähe des Werks Marienfelde gehört der Exportservice für ausländische Kunden. Auch der Standort in Kreuzberg wird erneuert. Den krönenden Abschluss der Modernisierung der Berliner Niederlassung stellt die Neugestaltung des Areals am Salzufer dar, wofür 1998 der Grundstein gelegt wird. Vom alten Betrieb blieben lediglich die zentralen Werkstätten erhalten.
Hier errichtet Mercedes-Benz in zweijähriger Bauzeit die 160 Meter lange und 22 Meter hohe Mercedes-Welt am Salzufer – und schafft damit ein wegweisendes Autohaus der Zukunft. Die hohen Erwartungen, die man mit seiner Eröffnung 28. Juli 2000 verbindet, werden nicht enttäuscht. Die Berliner Mercedes-Welt wird zum Flaggschiff des Vertriebs nicht nur in Deutschland, sondern zum Modellbetrieb weltweit. In Berlin gelingt es Mercedes-Benz trotz harter Konkurrenz Marktführer zu werden und diese Position auch 2008 vor Volkswagen zu verteidigen.
2001 eröffnet der umgebaute Showroom am Kurfürstendamm, 2009 entsteht wieder ein Ausstellungscenter in Berlins Mitte Unter den Linden. Ebenfalls in diesem Jahr wird der neue [intlink id=“333″ type=“post“]Nutzfahrzeug-Standort an der Kanalstraße in Neukölln[/intlink] eröffnet.
Aber auch am Salzufer geht die Entwicklung weiter. Hier soll in naher Zukunft die Lücke an der Nordseite des großen Parkplatzes geschlossen werden und ein Atrium entstehen.
Die 11 Standorte der Mercedes-Benz Niederlassung Berlin:
- Mercedes-Welt am Salzufer (Salzufer 1)
- Reinickendorf (Holzhauser Straße 11)
- Marzahn (Rhinstraße 120)
- Marienfelde (Daimlerstraße 165)
- Spandau (Seeburger Straße 27)
- Kreuzberg (Prinzessinnenstraße 21-24)
- Neukölln/Treptow-Köpenick (Neudecker Weg 6, 12355 Berlin)
- Mercedes-Benz Gallery (Unter den Linden 14)
- Kurfürstendamm (Kurfürstendamm 203)
- Nutzfahrzeugstandort Tempelhof (Bessemerstraße 42a)
- Nutzfahrzeugstandort Neukölln (Kanalstraße)
Die Geschichte vom Standort am Salzufer im Bild:
Fotos: Daimler AG (außer Foto Kaiserhöfe heute & Salzufer 2010/ Kurfürstendamm 2010/Mercedes-Benz-Gallery 2010)
Ich danke der Mercedes-Benz Niederlassung Berlin für ihre Unterstützung.
