Jun07
2019

Die Mercedes-Benz X-Klasse im Test bei ntv

Veröffentlicht in X-Klasse Keine Kommentare »
Geschrieben 7. Juni 2019 (vor 2 Wochen) von
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Die Mercedes-Benz X-Klasse im Test bei ntv

Die Mercedes-Benz X-Klasse im Test bei ntv

Für ntv hat Holger Preiss die Mercedes-Benz X-Klasse getestet. Nach dem Praxistest kommt Preiss zu der Erkenntnis: Ablagen sind Mangelware im Pickup mit Stern und man ist weit von dem Luxus entfernt, den man aus den Pkw der Schwaben. Zudem ist die X-Klasse ein Purist für´s Grobe. Aber lesen Sie gerne selbst den kompletten Bericht vom Test der X-Klasse bei ntv.

Pick-up-Fahrer müssen schon auch ein wenig Puristen sein, um sich mit einem Light-Truck richtig wohl zu fühlen. Selbst in einer Mercedes X-Klasse ist man weit von dem Luxus entfernt, den man aus den Pkw der Schwaben kennt, wie der Praxistest auf n-tv.de zeigt.

Mit der X-Klasse hat sich Mercedes in ein für das Unternehmen neues Segment aufgemacht: das des Pick-up. Aber inzwischen ist nicht mehr überall wo der Stern strahlt auch Stuttgarter Technik drin. Vor allem bei der X-Klasse hat man sich großzügig bei den Partnern von Renault-Nissan bedient. Denn aufgesetzt wird der Sternen-Pick-up auf den viel gelobten Nissan Navara NP 300, und für den Vortrieb sorgen Motoren von Renault, die natürlich auch der Japaner nutzt. Um herauszufinden, was am Ende des Tages den Unterschied macht, hat n-tv.de die X-Klasse als 250 d 4Matic zum Test nach Berlin und ins Umland gebeten.

Die Mercedes-Benz X-Klasse im Test bei ntv

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Motorhaube, Scheinwerfer, Stoßfänger und Kühlergrill machen aus der X-Klasse ganz klar einen Mercedes, da gibt es keine Frage. In der Seitenlinie ist die Nähe zum Navara schon deutlicher, am Heck sucht natürlich jeder wieder die eigene Linie. Die Ladefläche ist bauartbedingt gleich. 1,13 Meter misst sie zwischen den Radkästen, davor sind es 1,50 Meter. In der Länge finden bei offener Ladeklappe bis zu zwei Meter lange Gegenstände Platz. Ist sie geschlossen, ist Platz für 1,80 Meter langes Ladegut. Anders als beim Navara können hier aber nur 1.036 Kilogramm aufgehuckt werden, das sind 64 Kilogramm weniger als beim Japaner. Was komisch ist, denn das zulässige Gesamtgewicht liegt 215 Kilogramm über dem des Japaners. Auch bei der Anhängelast steht die X-Klasse mit 3,2 Tonnen, 300 Kilogramm hinter dem Japaner. Das sind jetzt keine Werte, die den Krieg entscheiden und für alle alltäglichen Transportaufgaben, seien sie privater oder dienstlicher Natur, reicht das aus.

Schlüpfen wir also flugs in das Double Cab und schauen uns dort um. Fünf Plätze stehen zur Verfügung. Wobei die hintere Sitzreihe, wie im Nissan, etwas höher ist und sich auf Dauer ob des steilen Anstellwinkels der Knie und der relativ steilen Rückenlehne nicht wirklich als Option für die Langstrecke anbietet. In der ersten Reihe geht es, mit elektrisch verstellbaren Sitzen, durchaus luftig zu. Zudem sind die Polster in der Power Edition mit Nappa bespannt, was schon etwas Stil in den Laster bringt. Stil hat auch das Interieur, das die Stuttgarter in die X-Klasse verbaut haben. Zwar wirkt das alles mit Blick auf die neuesten Standards, die in den Mercedes-Pkw verbaut werden, etwas veraltet, gegenüber dem Navara hat es aber einfach mehr Schick.

Die Mercedes-Benz X-Klasse im Test bei ntv

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Jedenfalls was die Rundinstrumente in Tuben-Optik betrifft, das belederte Multifunktionslenkrad, die als Jetdüsen gestalteten Lüftungsauslässe oder der oberhalb der Mittelkonsole verbaute TFT. Dessen Bedienung und auch optische Darstellung liegt eine Generation hinter den aktuellen Instrumenten, aber der ein oder andere wird frohlocken, weil ihm die Bedienung über den Drückdrehsteller viel näher ist als die über das neueste Touchpad. Egal, Fakt ist, dass die Einheit fehlerfrei funktioniert und sich das Echtzeit-Navi im Test als äußerst hilfreich und flexibel herausstellt. Was nicht ganz unwichtig ist, wenn sich der Pilot mit seinem Pick-up durch eine Millionenstadt wie Berlin bewegt.

Gerade für die Stadt-Pick-up-Fahrer, so will es scheinen, hat Mercedes seine X-Klasse auch mit einer 360-Grad-Kamera und Parkpiepser ausgerüstet. Eine Hilfe, die man bei dem 5,34 Meter langen Fahrzeug im urbanen Verkehr mit großer Dankbarkeit annimmt. Dankbar ist der Fahrer hier auch für die elektrisch anklappbaren Seitenspiegel. Warum das allerdings nicht beim Verschließen des Wagens automatisch erfolgt, sondern vor dem Aussteigen immer per Knopfdruck eingeleitet werden muss, erschließt sich nicht.

Die Mercedes-Benz X-Klasse im Test bei ntv

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Was allerdings ein richtiges Manko im Testwagen ist, sind die fehlenden Ablageplätze. Während Nissan im Navara wenigstens auf dem Dashboard noch eine Klemmhalterung hat, gibt es im Mercedes nichts. Weder auf der Armatur, noch in der Mittelkonsole oder oberhalb des Mitteltunnels können Dinge abgelegt werden. Die einzige Möglichkeit das Smartphone zu platzieren, ist in einem der beiden Cupholder. Allerdings passt es da nur hochkant rein und droht bei jedem Anfahren oder Bremsen in den Fußraum zu stürzen. Alternativ kann das Fach unter der Mittelarmlehne genutzt werden, darin entzieht es sich aber den Blicken des Fahrers. Allerdings befinden sich dort auch zwei USB-Anschlüsse. Da das Fach aber extrem klein ist, können die Steckplätze nur mit verdrehter Hand in die Buchse gefummelt werden. Das hat auch nichts mit Purismus eines Pick-up zu tun, das ist einfach nur ärgerlich.

Überhaupt nicht ärgerlich ist das Triebwerk. Der Diesel schöpft aus 2,3 Litern Hubraum 190 PS und generiert ein maximales Drehmoment von 450 Newtonmetern. Das hört sich ordentlich an, macht aber fahrtechnisch eher einen verhaltenen Eindruck, denn hier müssen 2,2 Tonnen in Schwung gebracht werden. Insofern dauert es auch 11,8 Sekunden bis die sehr flüssig arbeitende Siebengang-Automatik den Kanten auf Landstraßentempo getrieben hat. Ob das die identische Zeit ist, die der Nissan benötigt, kann nicht gesagt werden, denn die Japaner geben diesen Wert nicht Preis. Wer schneller aus den Startlöchern kommen will, der muss den Handschalter mit manuellem Sechsganggetriebe ordern. Mit dem ist Tempo 100 bereits nach 11,1 Sekunden erreicht. Auch was die Endgeschwindigkeit betrifft, unterscheiden sich die beiden Fahrzeuge trotz Baugleichheit und identischem Triebwerk. Während Nissan die Endgeschwindigkeit für seinen Handschalter mit 184 km/h angibt sind es bei der X-Klasse 180 km/h für den, der die Gänge manuell durch die Gassen führt und gar nur 175 km/h, wenn der Automat die Aufgabe übernimmt.

Die Mercedes-Benz X-Klasse im Test bei ntv

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Aber in diesen Bereichen will auch kein Mensch mit einem Pick-up fahren, obgleich er sich sicher sein kann, dass die bloße Statur, die sich beim Vorausfahrenden im Rückspiegel zeigt, dafür sorgt, dass die Spur frei wird. Aber allein vom Geräuschniveau im Innenraum und vom Verbrauch ist der schnelle Langstreckenlauf weder das Ding einer X-Klasse noch eines Navara. Der Schwabe saugt hierbei zudem über zehn Liter aus dem 73 Liter fassenden Tank. Wer weniger Tempoorientiert unterwegs ist, der wird mit knapp neun Litern über 100 Kilometer kommen. Das entspricht dann auch in etwa dem Wert des japanischen Genlieferanten.

Was allerdings bei der X-Klasse anders ist, ist das Fahrverhalten. Die Schwaben haben nämlich die Spur an der Vorderachse um sechs und an der Hinterachse um sieben Zentimeter verbreitert. Gerade in schneller gefahrenen Kurven scheint das mehr Stabilität zu bringen. Hinzu kommt, dass man sich in Stuttgart nicht auf das wirklich veraltete Bremssystem, Trommel vorn und hinten, hat einlassen wollen und der X-Klasse an beiden Enden Scheibenbremsen verabreicht hat. Damit hat die X-Klasse eine zeitgemäße Standfestigkeit und liegt hier weit vor der des Japaners. Zudem gibt es im Mercedes einen Spurhaltewarner und eine kameragesteuerte Verkehrszeichenerkennung. Auch das wird man im Nissan vergeblich suchen.

Wie beim Nissan nutzt auch die X-Klasse für den normalen Lauf den Antrieb über die Hinterräder. So richtig gut macht sich diese Art des Vortriebs aber erst bemerkbar, wenn man auf der Ladefläche etwa 400 Kilogramm transportiert. Jetzt verliert der Pick-up seine Leichtigkeit an der Hinterachse, die bei einem Radstand von 3,15 Meter trotz Mehrlenker-Hinterachse durchaus auch zum Schwänzeln neigt. Wenn es aber hart auf hart kommt, kann der Schwabe wie der Nissan durch manuelle Zuschaltung des Allradantriebs richtig arbeiten. Im Gelände wird zudem bei Bedarf auch das elektronische Differential mit begrenztem Schlupf zugeschaltet. Ein Feature, das die X-Klasse selbst auf tief zerfurchten Waldwegen wieder auf die Straße bringt und auch dort noch fahren lässt, wo ein SUV mit Allrad aufgeben muss.

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Fazit: Damit haben wir dann auch den Kundenkreis für die X-Klasse abgesteckt: SUV-Fahrer, die mit ihrem Fahrzeug an Grenzen stoßen. Sei es weil sie tatsächlich durch echtes Gelände müssen oder Dinge transportieren, die eine Ladefläche besser verkraftet als ein Kofferraum. Dass hier natürlich, auch wenn es sich optisch um einen Mercedes handelt, einiges an Komfort verloren geht, muss nicht näher erläutert werden. Und ob das am Ende des Tages 50.693 Euro wert ist, muss jeder für sich entscheiden.

Den ntv-Artikel Mercedes X-Klasse – Purist fürs Grobe finden Sie hier

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Fotos: Daimler AG, Text: Holger Preiss / n-tv.de*

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Geschrieben von Maik Jürß
Erschienen am Freitag, den 07. Juni 2019 um 00:05 Uhr  |  333 Besuche

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