Feb22
2014
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Hätten Sie es gewusst? Rechtsirrtümer im Straßenverkehr. Genügt bei einem Parkrempler ein Zettel am Scheibenwischer? Nicht wirklich!

Hätten Sie es gewusst? Rechtsirrtümer im Straßenverkehr. Genügt bei einem solchen Parkrempler ein Zettel am Scheibenwischer? Nicht wirklich!

Unter Autofahrern gibt es weit verbreitet Irrtümer zur Rechtslage im Straßenverkehr. „Wer auffährt, hat immer Schuld.“ „Lichthupe ist immer Nötigung.“ „Nur mit den richtigen Schuhen darf man Auto fahren.“ Unzählige Diskussionen an Stammtischen hat es hierzu schon gegeben.  Hier nun etwas Aufklärung. Hätten Sie es gewusst? Rechtsirrtümer im Straßenverkehr.

1. Dürfen Radfahrer entgegen einer Einbahnstraße fahren?

Einbahnstraße – ganz klar, hier kann einem keiner entgegenkommen. Außer vielleicht Radfahrer. Und zwar dann wenn das rote Einfahrtsverbotsschild ein Zusatzschild hat. Nur hier dürfen Radfahrer entgegen der Fahrtrichtung fahren. Autofahrer erkennen, dass ihnen ein Radler entgegenkommen kann, am blau-weißen Schild „Einbahnstraße“ mit dem Zusatzzeichen Rad plus zwei Pfeilen. Manchmal wird diese Regelung auch noch durch Fahrbahnmarkierungen hervorgehoben.

Übrigens müssen Radfahrer die in verkehrter Richtung in Einbahnstraßen fahren mit 20 Euro Strafe rechnen, wenn dies nicht ausdrücklich erlaubt ist.

2. Parkrempler – ein Zettel an den Scheibenwischer genügt?

Beim Ausparken nicht aufgepasst und schon ist die kleine Beule da. Ein Parkrempler. Jetzt einfach einen Zettel an den Scheibenwischer klemmen und weiter? Auf keinen Fall!

Wer ein parkendes Fahrzeug anfährt, ist verpflichtet, den geschädigten zu informieren, damit der seine Ansprüche geltend machen kann. Ein Zettel mit der Adresse unter dem Scheibenwischer genügt nicht. Also heißt es nach einem Parkrempler warten oder die Polizei informieren.

Achtung: wer sich nicht daran hält, begeht Unfallflucht. Das ist eine Straftat, die auch zum Verlust des Versicherungsschutzes führen kann.

Hätten Sie es gewusst? Rechtsirrtümer im Straßenverkehr. Wenig Platz, aber der smart passt noch quer rein - ist doch erlaubt, oder? Den smart wie auf dem Foto geparkt ist nicht verboten, aber das quer zur Fahrbahn parken hingegen schon.

Hätten Sie es gewusst? Rechtsirrtümer im Straßenverkehr. Wenig Platz, aber der smart passt noch quer rein – ist doch erlaubt, oder? Den smart wie auf dem Foto geparkt ist nicht verboten, aber das quer zur Fahrbahn parken hingegen schon.

3. Wer auffährt, hat immer Schuld?

Der Mythos schlechthin im Straßenverkehr: Wer auffährt, hat immer Schuld! Aber, dass stimmt nicht unbedingt.

Manchmal kann der Auffahrende einen Unfall gar nicht vermeiden. Zum Beispiel wenn er von einem überholenden Auto vielleicht ausgebremst wird oder der Vordermann an einer roten Ampel rückwärts fährt.

Die ganze Sache schwierig und kompliziert macht die Tatsache, den ungewöhnlichen Unfallhergang zu beweisen. Hier helfen nur ausreichend Zeugen.

4. Stau – über den Pannenstreifen bis zur nächsten Ausfahrt?

Stau – nichts geht mehr. Aber he, der Seitenstreifen ist frei.

Vorsicht: auch wenn die Versuchung groß ist und man die nächste Ausfahrt schon sehen kann, der Seitenstreifen ist kein Fahrstreifen! Dieser ist Pannenfahrzeugen vorbehalten. Wer ihn zum schnelleren Vorankommen bei einem Stau nutzt, muss mit 75 Euro Bußgeld und zwei Punkten in Flensburg rechnen.

Ausnahme: nur wenn die Polizei die Spur ausdrücklich freigibt, darf der Seitenstreifen befahren werden.

5. Parkuhr defekt – unbegrenzt parken?

Warum auch immer, die Parkuhr ist kaputt. Toll! Könnte man ja unbegrenzt und kostenlos parken, solange man will. Dem ist leider nicht so.

Wenn die Parkuhr oder der Parkscheinautomat defekt ist, darf man zwar kostenlos, aber nicht zeitlich unbegrenzt parken. Eine Parkscheibe mit der Ankunftszeit muss nun ins Auto und unbedingt die angegebene Höchstparkdauer beachten.

6. Mit Flip-Flops, Schneestiefeln oder sogar barfuß Auto fahren?

Autofahrerinnen haben sich bestimmt schon einmal Gedanken darüber gemacht, ob es eine Rolle spielt, welche Schuhe Sie beim Autofahren anhaben müssen.

Grundsätzlich ist es nicht verboten, mit Flip-Flops, Stöckelschuhen oder auch barfuß Auto zu fahren. Die Straßenverkehrsordnung verbietet das nicht ausdrücklich. Interessant wird es nur bei einem Unfall. Lässt sich die Ursache hier auf unpassendes Schuhwerk zurückführen, dann droht auf jeden Fall Ärger mit der Versicherung.

Hätten Sie es gewusst? Rechtsirrtümer im Straßenverkehr. Wer die Lichthupe benutzt, der nötigt andere Verkehrsteilnehmer. Das ist nicht immer der Fall!

Hätten Sie es gewusst? Rechtsirrtümer im Straßenverkehr. Wer die Lichthupe benutzt, der nötigt andere Verkehrsteilnehmer. Das ist nicht immer der Fall!

7. Wenig Platz – den smart einfach quer parken?

Morgens vorm Büro: alles zugeparkt. Nur eine kleine Lücke. Perfekt – hier passt der smart rein. Aber nur quer – ist ja nicht verboten, oder? Wirklich gute Frage.

Einige Gerichte sehen das so, denn in der Straßenverkehrsordnung steht (§12 Abs. 4): Beim Einparken muss an den rechten Fahrbahnrand herangefahren werden – und zwar parallel zur Straße.

Heißt also auch für smart-Fahrer: Quer ist nicht erlaubt, auch wenn es mancherorts oft geduldet wird.

8. Ist die Lichthupe immer Nötigung?

Autobahn, dreispurig, alles frei. Klar, eine Schnarchnase muss in der Mitte fahren. Perfekte Gelegenheit für die Lichthupe. Schnell ist in so einem Fall das Geschrei beim Angeleuchteten groß: Nötigung!

Aber dem ist nicht unbedingt so. Die Lichthupe darf kurz betätigt werden, wenn man außerhalb geschlossener Ortschaften die Überholabsicht anzeigen oder andere Verkehrsteilnehmer vor einer Gefahr warnen will.

Zu beachten ist hierbei: nur wer zu dicht auffährt und dann die Lichthupe einsetzt, der begeht eine Nötigung.

Fotos: Daimler AG, Maik Jürß

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Geschrieben von Maik Jürß
Erschienen am Samstag, den 22. Februar 2014 um 18:48 Uhr  |  4.808 Besuche

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