2010
Brennstoffzellen-Technik, Hybrid-Fahrzeuge, Dieselmotoren, Getriebe, Plattformen und Produktion – das waren die Gesprächsthemen zwischen Daimler-Chef Dieter Zetsche und dem Toyota-Chef Akio Toyoda.
Die weltweite Nummer Eins Toyota ist auf Partnersuche, denn in Europa läuft es für die Japaner nicht gut. Der Prius hat Schwächen, der IQ ist zu teuer, der Auris versagte als Golf-Konkurrent, der RAV 4 hat seine einstige Vorreiterstellung verloren. Die anderen Modelle von Toyota wie der Avensis, der Land Cruiser oder der Aygo sind auch nicht besser in Fahrt. Hier haben anderen Hersteller Toyota überholt. Auch das Design der Autos trifft nicht gerade den europäischen Geschmack, Fahrkomfort und Fahrverhalten der Fahrzeuge sind durchschnittlich und die Fabriken sind keinesfalls ausgelastet.
Trotz einer Jahresproduktion von über 7 Millionen Fahrzeugen muss Toyota einen Partner finden. Dieser Partner sollte in Europa Mercedes-Benz werden. Sowohl Toyota als auch Mercedes-Benz engagieren sich stark für die Brennstoffzellen-Technik. Beide Hersteller haben Erfahrungen bei Hybrid-Fahrzeugen. Die Japaner hatten großes Interesse an den Mercedes-Benz Dieselmotoren und Getrieben. Stuttgart hatte für die im nächsten Jahr erscheinende zweite Generation der B-Klasse Interesse am Hybrid-Antrieb aus dem Prius.
Obwohl gemeinsame Interessen bestehen, wurden die Kooperationsgespräche zwischen Mercedes-Benz und Toyota nun beendet. Die Gründe hierfür sind unterschiedlich. Zum einen arbeitet Mercedes-Benz bereits mit verschiedenen Herstellern eng zusammen. Zusammen mit BMW wird eingekauft, in Zusammenarbeit mit Renault wird am smart gearbeitet und AMG kooperiert mit Ducati.
Auch das für die nächste B-Klasse Generation und ihre drei Ableger nun kein Hybrid-Antrieb mehr geplant ist, wird ein Grund für das Ende der Gespräche gewesen sein. Hier hat Mercedes-Benz den E-Antrieb und eine Variante mit dem sogenannten Range-Extender im Angebot. Eine weitere große Rolle hat auch die neue Fabrik für die A- und B-Klasse in Ungarn gespielt. Der Bau ist Anfang nächsten Jahres beendet.
Einen weiteren Grund für die Beendigung der Gespräche zwischen Mercedes-Benz und Toyota dürfte das Veto gegen eine weitere japanische Partnerschaft von Renault-Nissan Chef Carlos Ghosn gewesen sein.
Obwohl Partnerschaften in der Automobilbranche nichts Neues sind, wird es keine Beziehung zwischen Mercedes-Benz und Toyota geben. Die bis vor kurzem noch unter der Krise leidende Branche korrigiert bereits Absatzzahlen und Gewinnprognosen nach oben. Die Krise scheint überwunden und es gibt keinen Grund für eine Kooperation.
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Geschrieben von Maik Jürß
Erschienen am Montag, den 08. November 2010 um 18:14 Uhr | 717 Besuche
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